Kreis Heinsberg: Multibus fährt ab 2020 länger und neue Mobilitätsstationen an Bahnhöfen

Mobilitätsstationen für Bahnhöfe geplant : Multibus weitet Fahrzeiten in den Abend hinein aus

Längere Fahrzeiten für den Multibus lässt sich der Kreis Heinsberg zusätzliche 200.000 Euro im Jahr kosten. Geplant sind zudem Mobilitätsstationen an den Bahnhöfen.

Der Multibus der West Verkehr GmbH soll ab dem 1. Januar abends und nachts länger fahren als bisher. Dies beschloss der Umweltausschuss des Kreises, nachdem West-Geschäftsführer Udo Winkens das bisherige Modell und zwei Varianten verglichen hatte. Der Ausschuss votierte für die Lösung mit den längsten Bedienzeiten, die allerdings mit einer Kostensteigerung um 200.000 Euro auch die teuerste ist. Danach sollen vornehmlich am Wochenende die Multibusse nachts bis 2 Uhr unterwegs sein, um Fahrgäste durch das Kreisgebiet zu befördern.

Nichts geändert wird an der Anmeldezeit. Sie wird weiterhin eine Stunde betragen. Wie die Kreisverwaltung erläuterte, sei es sinnvoll, die bisherige Systematik beizubehalten. Danach verkehren die Busse innerhalb bestimmter Korridore. Nach einer Untersuchung im April sei festgestellt worden, dass über 95 Prozent der rund 7800 Fahrgäste Fahrten innerhalb eines Korridors absolviert hätten. Es mache daher wenig Sinn, diese Regelung aufzuweichen. Ansonsten könne es passieren, so Winkens, dass alle Multibusse nach einer Fahrt beispielsweise in Wegberg stünden, dann aber leer zu einer Fahrt nach Übach-Palenberg aufbrechen müssten.

Zur verbesserten Mobilität im Kreisgebiet soll auch die Errichtung von Mobilitätsstationen beitragen. An diesen Stationen sollen nicht nur Übergänge von Bus zu Bahn möglich sein, sondern Car-Sharing und Fahrradverleih sowie Ladestationen für E-Bikes angeboten werden. Als ideale Standorte hätten sich die Bahnhöfe in Heinsberg, Erkelenz, Geilenkrichen und Wegberg erwiesen und eine Stelle in der Innenstadt von Hückelhoven. In Erkelenz und Heinsberg liegen bereits Baugenehmigungen für diese Mobilitätätsstationen vor, berichtete Winkens. In Geilenkirchen würde der Bauantrag derzeit geprüft, Bauanträge für Wegberg und Hückelhoven seien in Arbeit. Rund 400.000 Euro würden diese Stationen kosten, 250.000 Euro erwartet der Kreis Heinsberg aus Klimaschutzprojekten, weitere Fördertöpfe sollen angezapft werden.

Der Ausschuss nahm den Bericht, den die Grünen-Fraktion beantragt hatten, zustimmend zur Kenntnis.

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