Erkelenz: Kraft soll auf Erkelenz schauen

Erkelenz : Kraft soll auf Erkelenz schauen

Die Erkelenzer CDU hat einen offenen Brief an Hannelore Kraft, die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, geschrieben. Gefordert wird darin, das Land müsse sich mehr für die Menschen am Tagebaurand einsetzen.

In sechs Punkten setzt sich die Erkelenzer CDU mit der Situation am Rande des Tagesbaus Garzweiler II auseinander, so wie sie sich jetzt darstellt und so wie sie einmal sein wird. Niedergeschrieben wurden diese Punkte sowie daraus abgeleitete Forderungen in einem offenen Brief an Hannelore Kraft (SPD), die Ministerpräsidentin des Landes. Es geht um den Rechtsstatus für Bewohner am Tagebaurand, Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung oder den Bau einer Straße, die Ersatz für die Landstraße 12 sein soll, wenn diese einmal für den Tagebau aufgegeben worden ist.

"Mit diesem Schreiben wollen wir den Blick auf die Menschen lenken, die nicht umgesiedelt werden, aber dauerhaft den Belastungen durch den nahen Tagebau ausgesetzt sein werden, weil sie in den Ortschaften am Tagebaurand leben", schreiben Dr. Gerd Hachen und Rainer Merkens für den Vorstand des CDU-Stadtverbands. Das seien etwa 5000 Menschen in Kückhoven, Venrath, Kaulhausen, Wockerath und Katzem. Sie betonen zugleich aber auch, dass vom Tagebau "natürlich besonders betroffen" diejenigen sind, die in den umzusiedelnden Orten leben. Sie weisen Hannelore Kraft — neben allen an sie und die Landesregierung gerichteten Forderungen — darauf hin: "Die Bürger von Erkelenz als Betroffene bilden einen kleinen Teil des Landes NRW, tragen aber große Lasten zur Sicherung des Standortes. Hier erwarten wir auch die entsprechende Unterstützung. Wenn Sie beteuern, Sie lassen kein Kind zurück, dann lassen Sie hoffentlich auch die Betroffenen hier in der Stadt Erkelenz nicht zurück!" Ihre Hoffnung sei, bei ihr auf ein offenes Ohr zu stoßen.

Rainer Merkens, stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender der CDU in Erkelenz, erklärt gegenüber der Rheinischen Post ergänzend zu dem offenen Brief, dass seine Partei mit diesem "einen Handlungsprozess in Gang setzen" wolle. "Wir erwarten von Hannelore Kraft zumindest, dass wir eine schriftliche Antwort von ihr bekommen. Wir laden sie aber auch ein, sich vor Ort mit uns über die Situation zu unterhalten."

(RP/ac)
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