Konzert im Inclusio: Das Beste aus sieben Jahren zum Abschied

Erkelenz : Das Beste aus sieben Jahren zum Abschied

Es war noch nicht der endgültige Abschied vom Inclusio, aber für viele Freunde des Cafés der Lebenshilfe war das letzte Konzert „inclusio meets music“ gleichbedeutend mit dem Ende der Einrichtung, die nach zehn Jahren schließt.

Die regelmäßigen Konzerte, die seit über sieben Jahren unter der Regie der Musikpädagogin Beate Theißen von der Rurtalschule stattfanden, waren zu einem Aushängeschild geworden und hatten viele in das inklusive Café gelockt. So war vorhersehbar, dass beim letzten Konzert mit dem Titel „Das Beste aus sieben Jahren“ das Inclusio proppenvoll war und viele Besucher sich vom Gehweg aus mit einem Blick ins Café begnügen mussten.

Beate Theißen hatte noch einmal alle ihre musikalischen Freunde und Wegbegleiter zusammengetrommelt, die gerne mit Schülern der Rurtalschule konzertierten und das Inclusio rockten. Den Auftakt bestritt „Rur Rock - Wir Zusammen“, die Band, die zu einem internationalen Aushängeschild der Rurtalschule und zu einem Symbol der Inklusion geworden ist.

Die Liste der Gäste, die mit ihren Beiträgen das Publikum unterhielten und den Abschiedsschmerz milderten, enthielt viele bekannte Namen: die Formation Be Jazz war aus Düsseldorf angereist, Rainer Hofmann gastierte mit Tonwerk, Norbert Winzen und Beets’n’ Berries traten ebenso auf wie Frank Ollertz und Paul Gerhards, Ulli Reifferscheidt und Third Generation. Beverly Daley und Band und Jonas Jansen Lund Landgroover spielten ebenfalls gemeinsam mit Schülern aus der Rurtalschule.

Nur auf einen Dauergast musste Beate Theißen verzichten: auf ihren ehemaligen Schüler Daniel Stolz. Das Gesangstalent war ausgerechnet an diesem Abend mit seiner eigenen Band wegen eines anderen Auftritts verhindert.

Nicht nur den Musikern und den Besuchern fiel der Abschied schwer. Auch Edgar Johnen, der Geschäftsführer der Lebenshilfe Heinsberg, konnte sein Bedauern über das Ende nicht verhehlen. „Aber es geht nicht anders.“ Das Inclusio sei nicht kostendeckend zu betreiben, so dass sich der Vorstand schweren Herzen nach zehn Jahren zur Schließung durchgerungen habe. Die Lage außerhalb des Zentrums habe sich als größte Schwierigkeit entpuppt. „Es kommt niemand zu uns, nur weil es hier Inklusion gibt“, musste Johnen nüchtern feststellen. Dennoch seien die zehn Jahre in Erkelenz nicht ohne Spuren geblieben. Zum einen hätten die Mitarbeiter der Lebenshilfe sich bei ihrer Tätigkeit mit Publikum im Café persönlich entwickeln können, zum anderen sei der Gedanke der Inklusion in die Köpfe der Gäste getragen worden.

Ob mit der Schließung des Cafés das endgültige Aus des Inclusio besiegelt ist, steht noch nicht fest. Sicher ist nur, dass es wirtschaftlich nicht als Café oder Restaurationsbetrieb fortgeführt wird. Aber es gebe Ideen, es möglicherweise als Treffpunkt für Kunst und Kultur aufrechtzuerhalten, verriet Johnen mit aller Vorsicht. Gespräche darüber würden zeitnah geführt. Die Lebenshilfe sei offen und bereit, sich bei einer Nutzung soweit einzubringen, wie es ihr möglich sei.

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