Erkelenz: Kontrastreiches Farbspiel in Haus Spiess

Erkelenz : Kontrastreiches Farbspiel in Haus Spiess

Reger Andrang herrschte bei der Eröffnung der Ausstellung von Walter Panhaus. Viele kennen den seit langem künstlerisch ambitionierten Erkelenzer auch als Apotheker. Abstrakte Arbeiten erinnern oft an die Elemente.

Bereits zum zweiten Mal sind Bilder des Erkelenzer Künstlers Walter Panhaus im historischen Gebäude der Stadt für die Öffentlichkeit zu sehen. Das Foyer von Haus Spiess schien fast zu klein für die große Zahl der erschienenen Menschen. Das lebhafte Gemurmel verstummte jedoch sacht, als die stellvertretende Bürgermeisterin Astrid Wolters mit ihren einführenden Worten zur Ausstellung begann. "Ich muss Ihnen gleich zu Beginn sagen, ich bin überwältigt," verriet sie.

Als erste Kunstausstellung des Hauses im Jahre 2015 sind Walter Panhausens Bilder zu sehen. Seine Malerei aus den Jahren 2011 bis 2014 erfüllt die Wände mit Leben. Kontrastreiche und weiche Bildpartien ergänzen sich zum Gesamteindruck der Ausstellung. Seine ungegenständliche Malerei bietet viele und unterschiedlichste Ausdrucksmöglichkeiten.

Die bevorzugte Technik ist Acryl auf Leinwand, welche verschiedene Möglichkeiten des Auftrages beinhaltet. Der Künstler verwendet gerne viel Wasser, was einen fast aquarellartigen Auftrag der Farbe ermöglicht. Verwischte Farbwolken, ineinanderlaufend oder mit bizarren Randabschlüssen, die unterschiedliche Farben abtrennen, sind einige der vielen Möglichkeiten, die der Maler in seinen Bildern zeigt. Die Arbeiten leben von der Farbe. Sowohl leuchtende Farben in starken Kontrasten mit dunklen Pinselstrichen, als auch weiche Farbharmonien sind zu sehen. "Ich lasse die Dinge auf der Leinwand sich entwickeln. Teilweise sind Assoziationen möglich", erklärt Panhaus. Vergleiche zu Landschaften, Wasserwelten oder Sternenwolken liegen nahe, trotzdem bleibt das Bild dann ohne Titel, um jedem Betrachter die Freiheit seiner eigenen Gedanken zu ermöglichen.

Die Wahl der Malwerkzeuge hängt vom Bild ab - ob nun mit einem Lappen oder Schwamm gewischt wird, die Farbe mit einem Pinsel, einem Spachtel oder mit den Händen aufgetragen wird. Eine weitere Möglichkeit, der Farbe Raum zu geben, ist, sie über Bildpartien fließen zu lassen.

Zu Beginn weiß der Künstler noch nicht, wohin ihn das Bild führen wird. "Man muss die ganze Fläche im Blick haben, die Gewichtung muss stimmen", erläutert er. Er achtet beim Malprozess auf verschiedene gestalterische Regeln, den Bildschwerpunkt und das Vermeiden der senkrechten und waagerechten Mitte. Alles andere entwickelt sich, entsprechend der verwendeten Malwerkzeuge und Farben.

Alle Panhaus-Bilder haben die Signatur auf der Rückseite. Auf keiner Arbeit ist der Name zu sehen. "Ich wollte das Bild nicht stören", erklärt der Künstler, "und möchte dem Werk seinen Wirkungsraum durch Schrift nicht schmälern".

(rerü)
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