Erkelenz: Klamauk und Hintersinniges bei NightWash

Erkelenz: Klamauk und Hintersinniges bei NightWash

Direkt zu Beginn stellte Klaus-Jürgen Deuser in der gut besuchten Stadthalle den Zuschauern eine Art Persilschein aus – was durchaus zu der Veranstaltung passte: "Es ist völlig legitim, wenn ihr Spaß habt und lacht", versicherte "Knacki" – willkommen bei NightWash auf Tour.

Direkt zu Beginn stellte Klaus-Jürgen Deuser in der gut besuchten Stadthalle den Zuschauern eine Art Persilschein aus — was durchaus zu der Veranstaltung passte: "Es ist völlig legitim, wenn ihr Spaß habt und lacht", versicherte "Knacki" — willkommen bei NightWash auf Tour.

Den zehnten Geburtstag dieses Comedy-Formats, das seinen Stammplatz in einem Kölner Waschsalon hat, nutzten Deuser und sein Team Heinz Gröning, Ausbilder Schmidt, Michael Krebs, Dave Davis und die Ein-Mann-Band Alex Flucht zu einer dreiwöchigen Tour quer durch die Republik — vorletzte Station war dabei Erkelenz.

"Hier findet heute quasi die Vorpremiere des letzten Auftritts statt", witzelte "Knacki" gutgelaunt und schob ein — auf das Thema Sicherheit bezogenes — hübsches Wortspiel zur Fußball-WM in Südafrika nach: "Da wird der Ausdruck 'Die Vorrunde überleben' eine ganz neue Bedeutung erhalten."

Danach überließ er die Bühne erst einmal dem "Unglaublichen Heinz". Der gefiel sich in seinen bekannt lasziven Posen — samt markantem Hochziehen der rechten Oberlippe. So warmgelaufen, wetterte er gegen zu lange Lieder — und brachte als Beispiel "One for you, one for me" in einer Endlos-Version. "Bei mir würde das einfach heißen: 'Es wird gerecht geteilt' — und fertig."

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Ausbilder Schmidt, von "Knacki" als "Sensibelchen der deutschen Comedyszene" angekündigt, war tatsächlich dann natürlich genau das Gegenteil — gewohnt kernig.

Rundum famos trumpfte danach Michael Krebs auf. Er erzählte von Erfahrungen als Hotelpianist ("Aufmerksamkeit bekommt man da nur, wenn man sich verspielt") und spielte sich als Trotzreaktion durch eine exzessive Version von "Ballade pour Adeline" — wobei er von anderen Liedern immer wieder in diesen Clayderman-Klassiker modulierte.

"Schwarzer Humor"

Senkrechtstarter Dave Davis rundete den Abend ab. Der Comedian ugandischer Abstammung brillierte in seiner Rolle als Toilettenmann Motombo Umbokko, versprach "schwarzen Humor", radebrechte auf Deutsch und gefiel vor allem mit hintersinnigen Wortspielen. Das Beste: "Ein Polizist sagte zu mir: Können Sie sich ausweisen? Ich antwortete: Das kann ich nicht selbst. Das müssen Sie schon tun."

(RP)