Kirche St. Lambertus vor 75 Jahren im Krieg zerstört: Gedenkkonzert am 29. Februar 2020.

Konzert in Erkelenz : Konzert zum Gedenken an Bombenhagel

Vor 75 Jahren wurde im Krieg die Kirche St. Lambertus in Erkelenz zerstört. Die Pfarre Christkönig bereitet ein Passionskonzert vor.

Der 23. Februar 1945 bleibt in Erkelenz unvergessen. An diesem Tag wurde die Stadt in Schutt und Asche gelegt, wurde bei einem Fliegerangriff wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu rund 90 Prozent zerstört. Häuser, Gebäude, das Alte Rathaus und auch die Pfarrkirche St. Lambertus fielen in Trümmer. Nur der Kirchturm hielt, wenn auch erheblich demoliert und einsturzgefährdet, dem Bombenhagel stand. Das Gedenken an diesen Tag. insbesondere der 75. Jahrestag der Zerstörung. ist der Pfarrei Christkönig ein besonderes Anliegen, das entsprechend bedacht werden soll. Kantor Stefan Emanuel Knauer hatte die Idee zu einem besonderen Gedenkkonzert, Pfarrer Werner Rombach stimmte dem Vorhaben sofort zu.

„Nachdem wir zum 70. Jahrestag 2015 eine besondere Andacht in der Pfarrkirche gehalten haben, wollten wir das Gedenken an den traurigen Tag im Jahr 1945 fortsetzen“, meinte Pfarrer Rombach bei der Vorstellung der Pläne. Da der Jahrestag der Zerstörung der Pfarrkirche St. Lambertus und der Erkelenzer Innenstadt im Jahr 2020 ausgerechnet auf den Karnevalssonntag fällt, haben die Initiatoren das Gedenkkonzert auf Samstag, 29. Februar, um 19 Uhr terminiert. Dann werden in der Kirche Werke von Johann Sebastian Bach erklingen. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Kantaten: die eher melancholisch klingende Kantate „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“ und die mit einem versöhnlichen, Zuversicht weckenden Ende ausgestattete Kantate „Wer nur den lieben Gott lässt walten.“

Die von Kantor Stefan Emanuel Knauer getätigte Auswahl findet die uneingeschränkte Zustimmung des Pfarrers. Insbesondere der Hinweis in der zweiten Kantate auf das Gottvertrauen würde zeigen, dass es in aller Not und Verzweiflung doch eine Zukunft gebe, auf die der Mensch hoffen und mit Zuversicht blicken könne. „Katastrophen und Zerstörungen sind Teil der Menschheit, aber wichtiger ist, dass auch der Mut, das Vertrauen und das Glauben an die Zukunft vorhanden sind.“

Die Menschen in Erkelenz hätten nach dem Krieg den Beweis dafür geliefert, als sie aus den Trümmern ihre Stadt und ihre Kirche wieder aufbauten. „Für viele Kriegsheimkehrer war der Blick aus der Ferne nach Erkelenz auf den Lambertiturm der erste Hinweis, dass sie wieder in der Heimat sind“, erinnert sich Rombach an die vielen Gespräche mit Betroffenen.

Gestaltet wird das Gedenkkonzert von einem Vokalensemble. Die acht Mitglieder tragen die Solopartien vor und treten auch als Chor auf. Bei der Besetzung der Solisten kann sich Knauer voll ganz auf Manfred Bühl verlassen, der selbst mitsingt und die Mitstreiter, passend zu den Kantaten, auswählt. Begleitet wird das Vokalensemble durch die Philharmonie Düsseldorf unter der Führung von Konzertmeisterin Anke Becker. Die musikalische Gesamtleitung des Gedenkkonzerts hat Kantor Knauer. „Die Aufführung findet, wie bei den vergangenen Passionskonzerten am Karfreitag, direkt vor den Zuhörern im Kirchenschiff statt“, erläutert er.

Wegen des Gedenkkonzerts wird es im kommenden Jahr keines der fast schon traditionellen Passionskonzerte geben.

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