Erkelenz: Kirche aktiv im örtlichen Gemeinwesen

Erkelenz : Kirche aktiv im örtlichen Gemeinwesen

Synode des Evangelischen Kirchenkreises in Düren. Themen: Gemeinwesendiakonie und Kirchenasyl.

Etwa 100 Delegierte aus den 19 Gemeinden nahmen am Wochenende an der Kreissynode des evangelischen Kirchenkreises Jülich teil.

Im Mittelpunkt der Tagung stand in Düren das Thema "Gott im Gemeinwesen - Auf dem Weg einer solidarischen Kirche". Die beiden Pfarrerinnen Heike Park und Helga Wemhöner, beide aus Hamm, beschrieben auf dem Hintergrund eigener Gemeindeerfahrungen, was "gemeinwesendiakonisches" Handeln bedeutet. Getreu dem Bibelvers aus dem Propheten Jeremia "Suchet der Stadt Bestes" geht es darum, dass eine Kirchengemeinde sich gemeinsam mit weiteren Akteuren zum Beispiel in einem Stadtteil/Quartier engagiert. Jeder der Akteure bringt seine Ressourcen ein - Gebäude, Räume, Fachwissen, Ideen, Arbeitskraft und vieles mehr.

In der Gemeinwesendiakonie arbeiten Kirchengemeinden, Diakonie und andere, nichtkirchliche lokale Akteure zusammen, also etwa Kommunale Einrichtungen. Lokale Wirtschaft, Sportverbände, Schulen Stadtteilbüros, Stadtteilkoordination und Quartiersmanagement, Kindertagesstätten, Familienzentren, Selbsthilfegruppen, Wohnungsgesellschaften und Bauträger, Vereine, Initiativen bürgerschaftlichen Engagements und gegebenenfalls muslimische Gemeinden. Ziel sei es, einen Beitrag zum Wohlergehen der Menschen zu leisten.

In Arbeitsgruppen und Gesprächen wurde deutlich, dass vieles von dem, was die Referentinnen darstellten, in den Gemeinden des Kirchenkreises bereits geschieht: Hausaufgabenhilfe und Mieterberatung, Schultankstellen und Flüchtlingsarbeit, Bündnisse gegen Rechts und Mittagstische. Zugleich gab es viele Anregungen und neue Ideen im Austausch zwischen den Synodalen.

Im Kirchenkreis Jülich gibt es einige Gemeinden, die aktuell Flüchtlingen ein Kirchenasyl bieten. Andere Gemeinden haben nicht die Möglichkeit dazu. Kirchenasyl brauche neben einem großen Umfang an persönlichem Einsatz auch finanzielle Mittel für Nahrung und Kleidung, aber auch für die medizinische Versorgung, hieß es. Die Synodalen beschlossen einmütig, dass in Zukunft alle 19 Gemeinden des Kirchenkreises die finanzielle Last der Kirchenasyle gemeinsam tragen.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Tagesordnung während der Kreissynode in Düren am Wochenende war die Errichtung einer Synodalbeauftragung für Friedensfragen und Kriegsdienstverweigerung. Pfarrer im Ruhestand Klaus Kenke aus Düren, der diese Position anvertraut bekam, machte den Synodalen in einem bewegenden Vortrag deutlich, dass die Welt in Bezug auf Rüstung und Kriegsgefahr am selben Punkt wie vor 35 Jahren stehe. Kirche sei aufgerufen, sich massiv in die Diskussion um Abrüstung und alternative Friedensstrategien einzumischen.

Mit der Berufung von Pfarrer i.R. Klaus Kenke besetzt der Kirchenkreis Jülich jetzt alle drei Felder des konziliaren Prozesses für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.

(RP)
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