Erkelenz: Keine Mehrheit für die "Brötchentaste"

Erkelenz: Keine Mehrheit für die "Brötchentaste"

Die von der FDP vorgeschlagene "Brötchentaste" an Parkautomaten in der Erkelenzer Innenstadt ist in zwei Ausschüssen abgelehnt worden. Sowohl im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung als auch gestern im Hauptausschuss. Die Liberalen wollten die Automaten so umstellen, dass Parken bis zu 20 Minuten kostenfrei bleibt. Bereits 2004 und 2008 hatte sich die Idee im Stadtrat nicht durchsetzen können. Während die FDP den schnellen Einkauf erleichtern will und sich davon mehr Kunden in der Innenstadt erhofft, sehen es vor allem CDU und SPD wie die Stadtverwaltung, für die der Erste Beigeordnete Hans-Heiner Gotzen sagt: "Wir haben ein sehr flexibles Gesamtsystem von kostenfreiem Parken, zeitlich beschränktem Parken mit Scheibe und kostenpflichtigem Parken." Das sei kundenorientiert, weil jeder die für ihn passende Variante finden könne. Außerdem nehme die Stadt jährlich rund 300 000 Euro ein und rechne damit, dass ihr bei Einführung einer "Brötchentaste" anfangs bis zu 50 Prozent, später rund 20 Prozent der Einnahmen verloren gingen und dass es zu Ticket-Missbrauch komme. Das hätten Anfragen in anderen Städten ergeben. Klaus Steingießer (CDU) ergänzt: "Außerdem sollen die Kunden möglichst lange in der Stadt gehalten werden." Eine Kurzparktaste sei kontraproduktiv. Er regt ein Bonussystem des Handels an, der nach guten Geschäften die Gebühr übernehmen solle. Dazu sagt Bürgermeister Peter Jansen: "Der Handel lehnt ein solches System weitgehend ab, das haben wir abgefragt, weil der Markt von Bonussystemen überschwemmt ist."

Beendet wird die Debatte um die "Brötchentaste" und das Parken in der Innenstadt nicht sein. Denn Christopher Moll (FW-UWG) stellt fest: "Die Tatsache, dass wir uns zum wiederholten Male mit dem Thema beschäftigen, zeigt, dass es von Interesse und Brisanz ist."

(RP)