Erkelenz: Kaulhausener sorgen sich um Verkehrslage

Erkelenz: Kaulhausener sorgen sich um Verkehrslage

Vor der Sitzung des Bezirksausschusses fand ein eindrücklicher Ortstermin in Kaulhausen statt. Tempo 30 lautet eines der Ziele.

Die Verkehrssituation in Kaulhausen muss sich ändern. Darin sind sich viele Einwohner des kleinen Dorfes am östlichen Rand von Erkelenz einig. Sie fordern, dass für ihre Sicherheit etwas getan wird und dass das, was am westlichen Ortseingang bereits unternommen wurde, rückgängig gemacht wird. Auch wenn ihnen eine Umgehungsstraße versprochen ist, die bis zum Jahr 2025 mit der Grubenrandstraße für den heranrückenden Braunkohlentagebau errichtet werden soll, wollen die Einwohner von Kaulhausen nicht bis dahin warten. Zu groß ist ihre Sorge vor einem Unfall, bei dem Menschen zu Schaden kommen. Dies machten sie am Montagabend vor der Sitzung des Bezirksausschusses deutlich, der mit einem Ortstermin begonnen hatte.

Autos, die zu schnell durch den Ort fahren. Fahrer, die keine Rücksicht auf andere nehmen. Linienbusse, Lastwagen oder landwirtschaftliche Maschinen, die im Ort hängenbleiben, entweder aufgrund von Gegenverkehr oder parkenden Pkw. Vor einigen Jahren hatte die Verkehrssituation in Kaulhausen schon einmal die Kommunalpolitik und die Stadtverwaltung beschäftigt. Daraufhin wurden am westlichen Ortseingang zwei Parkflächen auf die Straße gezeichnet, um den Verkehr zu lenken und zu bremsen. Dass dies die Situation nicht verbessert hat, ist bei dem Ortstermin vielfach zu hören. Anwohner Ralf Oberbach, der diese Parkflächen gerne nutzt, legt abgefahrene Autospiegel und die zerstörte Schürze seines Pkw auf den Gehweg, um den Mitgliedern des Bezirksausschusses sein Problem zu schildern. Immer wieder würden vorbeifahrende Pkw, Lkw oder Traktoren und deren Anhänger für Schäden an seinem Wagen sorgen: "Die meisten Fahrer hauen ab, und ich bleibe auf dem Schaden sitzen. Bis vor zwei Jahren, als noch frei und auf der anderen Straßen geparkt werden durfte, hatten wir das nicht." Im vergangenen Sommer zählte er drei Schäden in zwei Wochen. Sechs oder sieben Außenspiegel musste er schon erneuern. "Auch beim Ein- und Ausladen ist die Sicherheit für uns nicht gewährleistet."

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Nach dem Ortstermin diskutierten die Mitglieder des Bezirksausschusses weiter und gaben einstimmig als Prüfauftrag an die Stadtverwaltung weiter, sich mit dem zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW über folgende Punkte auseinanderzusetzen: Im gesamten Dorf soll künftig Tempo 30 gelten. Über die Felder aus Westrich kommend soll das Tempo bereits vor dem Ortseingang abschnittweise reduziert werden. An der westlichen, nach Erkelenz führenden Ortseinfahrt sollen die markierten Parkplätze entfernt werden. Stattdessen soll denen gegenüber ein eingeschränktes Halteverbot eingerichtet werden, um den Anwohnern ein möglichst gefahrloses Be- und Entladen von Autos zu erlauben. Ansonsten sollen an dieser Ortseinfahrt ein absolutes Halteverbot eingerichtet und die Fahrbahn auf vier Meter eingeengt werden, so dass sich begegnende Fahrzeuge zur gegenseitigen Rücksichtnahme gezwungen werden. Außerdem soll beim Bergbautreibenden RWE Power darauf gedrängt werden, um Kaulhausen herum schnellstmöglich einen Feldweg für landwirtschaftliche Fahrzeuge herzurichten, damit diese das Dorf umfahren können. Dass dies im Zuge des Schutzwallbaus an der östlichen, künftig zum Tagebau gelegenen Ortsseite schon längst hätte geschehen sollen, hatte Ortslandwirt Hubert Fell im Bezirksausschuss berichtet.

(spe)