Erkelenz: Jugendliche zählen 150 statt 80 Schüler in einem Bus

Erkelenz : Jugendliche zählen 150 statt 80 Schüler in einem Bus

Der neue Erkelenzer Arbeitskreis am "Runden Tisch" weist erste Arbeitsergebnisse vor. Mitstreiter werden gesucht.

Voll in ihrem Element sind die drei Sprecher der im Mai gegründeten "Jugendbeteiligung Erkelenz": Es ist das zweite offizielle Treffen, und es gibt viele Ansatzpunkte, etwas zu ändern. Müll auf den Straßen, veraltete Sanitäranlagen an Schulen, schlechte Busverbindungen oder kurz: Probleme, denen besonders Jugendliche in Erkelenz und Umgebung täglich begegnen, und deren Lösung sich das Team der Jugendbeteiligung auf die Fahne geschrieben hat.

Eines der nächsten Ziele ist es, die überlasteten Busverbindungen nach Wassenberg und Heinsberg zu verbessern: "Es wurden schon 150 Schüler in einem Bus gezählt, in dem eigentlich nur 80 mitfahren dürfen", sagt Timo Kerkhoff, der neben Laura Emmerling und Florian Viehmann Sprecher der Jugendbeteiligung ist. Dafür wollen sie sich bei einem Treffen mit Verantwortlichen im Öffentlichen Personennahverkehr (WestEnergie) einsetzen, zu dem sie eingeladen wurden.

Mit einer Unterschriftenaktion in den Schulen wollen sie deutlich machen, wie wichtig dieses Thema für Jugendliche ist. "Wir wissen, dass unsere Einflussmöglichkeit begrenzt ist, aber wir können Anträge stellen. Und das ist besser, als nichts zu unternehmen", sagt Laura Emmerling, die eifrig Denkanstöße der Gäste notiert. Timo Kerkhoff leitet die Diskussion im Gemeinschaftsraum des evangelischen Jugendzentrums ZaK. Dabei wird munter debattiert, diskutiert und gemeinsam nach Ansätzen gesucht, um für die Interessen der eigenen Generation einzutreten.

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Dass nur wenige jugendliche Gäste der Einladung zum Treffen gefolgt sind, sehen die Sprecher als Motivation. "Kleine Flyer werden wir an den Schulen verteilen und über die Schülervertretungen für uns werben, um Aufmerksamkeit zu bekommen", sagt Timo Kerkhoff.

Treffen des Arbeitskreises "Jugendbeteiligung Erkelenz" finden alle drei Monate statt, und auch am "Runden Tisch der Stadt Erkelenz" mit den Erwachsenen finden die Jugendvertreter Gehör. "Die Akzeptanz war von Beginn an da, und unsere Ideen werden ernst genommen", beschreibt Timo Kerkhoff das Miteinander und Mitspracherecht am "Runden Tisch", zu dem als Gruppen zum Beispiel der "Erki — Initiative für eine saubere Stadt" und der Arbeitskreis "ÖPNV und Verkehr" angehören. Werbung in eigener Sache konnten die engagierten Jugendlichen bereits beim Erkelenzer Skatecontest machen, den sie mitorganisiert hatten und der weiterhin jährlich eingeplant ist. "Der Contest war ein großer Erfolg", betont Laura Emmerling. Auch einige morsche Bänke wurden bereits vom Schulgelände des Cornelius-Burgh-Gymnasiums entfernt, nachdem sich die Gruppe dafür starkgemacht hatte. Nun will sie das Interesse der Altersgenossen in Schulen wecken. Durch die Facebook-Seite und neu gestaltete Homepage sollen Jugendliche ermutigt werden, Ideen, Vorschläge und Anliegen zu formulieren und sich dafür einzusetzen.

(jessi)
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