Erkelenzer Land: Jugendliche von der Politik begeistert

Erkelenzer Land : Jugendliche von der Politik begeistert

So viele Jugendliche wie sonst Politiker bevölkerten drei Tage lang den Landtag in Düsseldorf. Die dort vertretenen Parteien hatten zum fünften Jugendlandtag eingeladen, bei dem die Teilnehmer in einem Planspiel mit den Aufgaben und Pflichten eines ganz normalen Abgeordneten betraut wurden. Der Jugendlandtag umfasste dieselben Gremien, wie sie im Parlamentsbetrieb zu finden sind: Fraktionssitzungen, Pressekonferenz, Expertenanhörung und Ausschüsse gehörten ebenso dazu wie eine Plenarsitzung. "Den jungen Menschen wird nahegebracht, wie ein Parlament funktioniert, wie Gesetze entstehen, welche Prozesse hierbei ablaufen, wie die Arbeit in Ausschüssen abläuft", erklärt der CDU-Abgeordnete Bernd Krückel aus Heinsberg die Idee.

Dass diese aufgegangen ist, bestätigt Paula Meyersieck aus Erkelenz. Die 15-Jährige wurde der CDU zugeteilt und stellte am Ende zweierlei fest: "Anfangs war es für uns wie ein Rollenspiel — am letzten Tag hat es sich dann aber wie richtige Politik angefühlt. Es hat sich alles sehr echt angefühlt. Nachher sind sogar noch in der Kantine die Diskussionen ausgebrochen." Und: "Früher hatte ich nicht das Bedürfnis, mich politisch zu betätigen — das ist jetzt anders." Aus dem Kreis Heinsberg war eine ganze Reihe von Jugendlichen, zwischen 15 und 21 Jahre alt, im Düsseldorfer Landtag aktiv: Theresa Schmitz, Juliana Heck, Christoph Hensen (Erkelenz), Xenia Frenken, Paula Meyersieck (Erkelenz) und Yaren Bayramusta (Hückelhoven). Teils hatten sie sich für den Jugendlandtag direkt beworben, teils waren sie von den hiesigen Abgeordneten Bernd Krückel, Dr. Ruth Seidl sowie Dr. Gerd Hachen eingeladen worden. Paula Meyersieck war durch einen Zeitungsartikel auf die Aktion aufmerksam gemacht worden, für die sie vor Beginn der Sommerferien von ihrer Schule, dem Cornelius-Burgh-Gymnasium, von den letzten Unterrichtsstunden freigestellt wurde. Diskutiert hat sie stattdessen über das begleitete Autofahren ab 16 Jahren, spannend sei aber auch die noch schnell einberufene "Aktuelle Stunde" zum amerikanischen Internet-Spähprogramm Prism gewesen. "Letztlich haben wir vor lauter Diskussionen im Plenum den letzten Tag eineinhalb Stunden später als vorgesehen beendet."

Auch Yaren Bayramusta vom Gymnasium in Hückelhoven, die den Platz der Grünen-Politikerin Ruth Seidl aus Wassenberg eingenommen hatte, stellte im Nachhinein fest: "Besonders spannend fand ich, mich in die Rolle einer Abgeordneten zu versetzen, die wichtige landespolitische Themen mitgestalten kann."

(RP)
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