Jugendhilfeausschuss Erkelenz: neuer Kindergarten an Südpromenade benötigt

Jugendhilfeausschuss berät Erkelenzer Etat: Neuer Kindergarten an der Südpromenade

Der steigende Bedarf an Plätzen für Kinderbetreuung war großes Thema im Jugendhilfeausschuss. Ein zweites war das Oerather Mühlenfeld und Kontaktmöglichkeiten für zuziehende Menschen.

Der Haushalt, über den der Rat der Stadt Erkelenz für das Haushaltsjahr 2019 entscheidet, „trägt deutlich die Handschrift aus dem Bereich Kinder und Jugend“, sagte Erster Beigeordneter Hans-Heiner Gotzen, als er in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses über die Aufstellung von dessen Teilergebnisplan für 2019 und dessen Teilfinanzplanes für 2020 bis 2022 sprach. Als „größten Brocken“ bezeichnete er die Kinderbetreuung in Tageseinrichtungen.

Dem Produktbereich „öffentliche Jugendhilfe“ im Haushalt 2019 stehen Aufwendungen in Höhe von 25,3 Millionen Euro Erträge in Höhe von 12,8 Millionen Euro gegenüber. Das meiste Geld fließt in die Tagesbetreuung der Kinder. Wie Gotzen weiter erklärte, sei es der Stadt ein großes Anliegen, auf den immer größer werdenden Bedarf an Betreuungsplätzen so schnell wie möglich zu reagieren. Als positives Beispiel nannte er etwa die Städtische Kindertageseinrichtung Schulring, die dank des Gebäudes der früheren Pestalozzischule in einem kurzen Zeitraum umgebaut werden konnte. Mit dem Harf-Haus an der Südpromenade will die Stadt demnächst eine weitere städtische Liegenschaft nutzen, um auch dort einen Kindergarten einzurichten, der schon am 1. August 2019, also zum Start des nächsten Kindergartenjahres, seinen Betrieb aufnehmen soll. „Wir sind da in einer glücklichen Lage. Anderswo muss mit Containerlösungen gearbeitet werden, wir dagegen können in Erkelenz vorhandene Gebäude nutzen“, sagte Gotzen. Der Erste Beigeordnete der Stadt Erkelenz sieht vor allem die Quote bei den unter dreijährigen Kindern auf dem richtigen Weg, „diese wird sicherlich in Richtung 85 Prozent steigen“. Aktuell liegt sie bei 65 Prozent.

In diesen Zusammenhang fällt der Zuschussantrag der evangelischen Kirchengemeinde Schwanenberg, im eigenen Kindergarten eine notwendige vierte Gruppe einzurichten. Die Stadt übernimmt den Trägeranteil in Höhe von 99.110,66 Euro. Ein Wort richtete Gotzen an das Land, dass mit der Kibiz-Pauschale erkannt worden sei, wie hoch der finanzielle Aufwand für die Kommunen sei, daher sei es gespannt, wie sich die Kibiz-Reform gestalte.

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Von 480.000 auf 750.000 Euro steigen die Ausgaben im Bereich der Eingliederungshilfen. Dieser Trend ist laut Verwaltung kreis- und landesweit erkennbar und auf ein hohes Antragsverhalten von Eltern zurückzuführen, die eine Integrationshilfe für ihr Kind während des Schulunterrichts wünschen. Fest steht, so die Stadt, dass diese Ausgaben für die Eingliederungshilfen mit Einführung der Inklusion an den Schulen durch die Landesregierung deutlich gestiegen sind.

Ein weiteres wichtiges Thema gehen die Stadt Erkelenz und die evangelische Kirchengemeinde Erkelenz an. Vorangetrieben werden soll die Quartiersarbeit, wobei man das größte Potenzial im Oerather Mühlenfeld, das weiter wachsen wird, sieht. Weil die Stadt eine Zuzugsgemeinde ist, will man gemeinsam dafür sorgen, neu zugezogenen Menschen ein Netzwerk zu bieten, um beispielsweise soziale Kontakte aufzubauen. Es soll ein Quartierszentrum entstehen, in dem die Fäden zusammenlaufen. Für die Jahre 2019 bis 2021 stellt die Stadt daher der evangelischen Kirchengemeinde einen jährlichen Personalkostenzuschuss in Höhe von 15.000 Euro für die Quartiersarbeit zur Verfügung.

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