Jubiläumskonzert: 190 Jahre Städtischer Musikverein Erkelenz 2019

Jubiläumskonzert in Erkelenz : Musikverein in all seinen Facetten

Wiederholt stürmischen Applaus und viele „Bravo“-Rufe erntete der Städtische Musikverein Erkelenz bei seinem traditionellen Frühjahrskonzert im Jahr seines 190-jährigen Bestehens in der nahezu ausverkauften Stadthalle.

Über die abwechslungsreiche Vergangenheit des Orchesters informierten zahlreiche Plakate im Foyer, aber dass der Lorbeer der Vergangenheit kein Ruhekissen ist, auf dem sich ein Orchester ausruht, bewies der Musikverein unter der Leitung von Thomas Lindt.

Aufbauend auf der Arbeit der letzten Jahre hat er dem fast 60-köpfigen Ensemble zu einer beachtlichen Qualität verholfen. Ursächlich dafür sind nicht nur die Aktiven, sondern auch die langjährige und intensive Nachwuchsarbeit des Musikvereins. Mit seinen Bläserklassen in den Grundschulen hat er viele junge Musiker gewinnen können. Die aktuelle Klasse unter der Leitung von Eckhard Klotz sorgte für einen vergnüglichen Auftakt des Konzerts. Die muntere Stimmung nutzten auch die beiden Moderatoren Andreas Lua und Julian Rauschen. Mit viel Witz führten sie durch das Programm, das seinem Titel „Highlights“ gemäß zahlreiche Höhepunkte aufwies und den Verein in allen seinen Facetten zeigte.

Das Konzert zum 190-jährigen Bestehen wurde in erster Linie von den Orchestermitgliedern selbst gestaltet. In einer Abstimmung ermittelten die Musiker ihre Lieblingsstücke, aus denen das Konzertprogramm mit einer vielseitigen Mischung zusammengestellt wurde. Es beinhaltete aktuelle sinfonische Blasmusik ebenso wie moderne Unterhaltungsmusik.

Höchste Konzentration war von den Musikern gefordert bei den beiden sinfonischen Stücken, wobei das programmatische Tongemälde „Pilatus: Mountain of Dragon“ von Steven Reineke hervorstach. Zuvor hatte es mit „Fanfare“ von Satoshi Yagasafi ein schwungvolles und zugleich anspruchsvolles Eröffnungsstück gegeben. Die „Suite from Hymn of the Highlands“ von Philip Sparke wurde um den zweiten Satz ergänzt, nachdem beim Adventskonzert nur der erste Satz erklang. Mit dem „Tanz der Vampire“ von Jim Steimann gelang ein beschwingter Abschluss des ersten Konzertteils.

Die Juniorband unter der Leitung von Jörg Wilms sorgte für viel Schwung nach der Pause. In ihrem Repertoire durfte nicht „Serengeti“ von John Higgins fehlen, das schon 2004 gespielt wurde und das zu den absoluten Lieblingsstücken des Vereinsvorsitzenden Karl-Heinz Wawrzinek gehörte. Den Elan nahm das große Orchester gerne auf, um mit „Gaelforce“ von Peter Graham und einem Glenn-Miller-Medley zu punkten. Der große Auftritt des ältesten Aktiven, des 85-jährigen Jac Jütten, kam bei einem Medley „Paris Monmartre“, als er mit seiner Musette französisches Flair in die Stadthalle zauberte. Ohne Zugabe kam der Musikverein nicht von der Bühne. Gemeinsam mit der Juniorband spielte das Orchester „Don‘t stop me now“ von Queen, ehe es mit der zweiten Zugabe den schon traditionellen Abschluss gab: mit einem Medley von Liedern der Comedian Harmonists, nach dem Musiker und Zuhörer zufrieden als gute Freunde nach Hause gingen.

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