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Jahresbericht der Caritas Erkelenz: „Beratung to go“ als Erfolgsmodell

Jahresbericht der Caritas Erkelenz : „Beratung to go“ als neues Erfolgsmodell

Die Corona-Krise stellt auch die Beratungsstellen des Caritasverbandes vor große Herausforderungen. Doch sie fanden Lösungen, die so gut funktionieren, dass sie auch in Zukunft beibehalten werden sollen.

Ein Blick in den Jahresbericht des Caritasverbandes Region Heinsberg zeigt, dass die Beratungsstelle in Erkelenz ein sehr gefragter Ansprechpartner in allen Fragen rund um familiäre Probleme ist. Dafür sprechen nicht nur die Zahlen aus dem vergangenen Jahr, sondern auch die gute Resonanz auf die neu entwickelten Angebote. So machten die Beratungsstellen der Caritas in der Corona-Krise aus der Not eine Tugend, indem sie sich vor dem Hintergrund der strengen Hygienevorschriften Beratungsformen einfallen ließen, die so gut funktionieren, dass sie auch in Zukunft beibehalten werden sollen.

Neu eingeführt wurde etwa die sogenannte „Beratung to go“, bei der sich ein Mitarbeiter der Caritas nach vorheriger Absprache mit dem Beratungsbedürftigen trifft, um beim Spazierengehen auf möglichst ungestörten Wegen über die Konfliktthemen zu reden. Das reduziert im Freien zum einen die Ansteckungsgefahr, zum anderen kann es die Gesprächsatmosphäre auflockern. „Wir machen da gute Erfahrungen“, sagt Sylke Kreyes, die die beiden Beratungsstellen in Erkelenz und Geilenkirchen leitet. Pressereferentin Eva Weingärtner ergänzt: „Gerade für Jugendliche ist es in dieser Situation einfacher, Hemmungen zu überwinden, als in einem Vis-à-vis-Gespräch am Schreibtisch.“

Während die „Beratung to go“ erst angeboten wird, seit die Corona-Schutzmaßnahmen nach und nach gelockert wurden, hatte sich die Caritas auch etwas für die Zeit während des strengen Lockdowns einfallen lassen, um für Familien in schwierigen Situationen da zu sein. Beratungen fanden online und telefonisch statt. „Alle Kolleginnen und Kollegen haben sich fachlich gut in die neue Form hineingefunden und vorbereitet. Mit dem Resultat, dass die Beratungen sehr gut angenommen wurden“, sagte Sylke Kreyes und ergänzte: „Trotz Lockdown waren wir alle sehr gut beschäftigt.“ Kein Wunder also, dass sowohl die Telefon- als auch die To-go-Variante als alternatives Angebot fortgesetzt werden soll.

Seit wieder Beratungen mit persönlicher Begegnung möglich sind, dient das Telefon auch dazu, um Termine zu versetzten Zeiten zu vereinbaren. Wer sich beraten lassen will, muss dann einen Mund-Nasen-Schutz tragen, den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten und die Hände desinfizieren. „Eltern sind froh, dass sie wieder kommen können“, meinte Sylke Kreyes. Somit setzt sich die hohe Nachfrage aus dem Vorjahr fort. An erster Stelle standen da Beratungen für Familien mit extrem zerstrittenen Eltern, danach folgten Eltern mit eingeschränkter Erziehungskompetenz. Wie in den Jahren zuvor gingen die meisten Anmeldungen zu Beratungsterminen von den Betroffenen selbst aus, zudem gab es Zuweisungen von Jugendämtern, Ärzten, Kliniken, Schulen, Kindergärten und Familiengerichten.

Ein erfolgreiches Kursangebot war im vorigen Jahr „Kinder im Blick“, mit dem getrennte Eltern dabei unterstützt werden, die Herausforderungen der Trennungskrise und die Zeit danach zu bewältigen. Gut angenommen wurde auch das Programm „Balu und Du“, das Grundschulkinder im außerschulischen Bereich fördert, sowie Elternveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen.

Die konnten in Zeiten von Corona ebenso wenig stattfinden wie die Sprechstunden in Familienzentren und Schulen, die generell das Beratungsangebot leichter zugänglich machen sollen. „Wir hoffen, dass wir dies nach den Sommerferien wieder anbieten können“, sagte Sylke Kreyes. Schließlich will sie mit der Caritas weiter ein gefragter Ansprechpartner für Familien sein.

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