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Erkelenz: Im Oldtimer durch den Kreis chauffiert

Erkelenz : Im Oldtimer durch den Kreis chauffiert

Elegant mutet der verzierte Kühlergrill des fast 80-jährigen Kraftfahrzeugs an. Die Scheinwerfer verleihen dem Viersitzer seinen geradezu majestätischen Blick. Benzingeruch umgibt den Opel 6, als Rudi Symons den Motor seines blauen Cabrios anlässt. Graues Leder über der federnden Sitzbank tut das Übrige, um ein Hochgefühl der Nostalgie zu schaffen. 130 Kilometer quer durch den Kreis Heinsberg liegen vor Symons und weiteren 111 Startern in den acht Klassen der 17. internationalen Grenzland Rallye.

Im historischen Stadtkern von Erkelenz trafen sich die zahlreichen Oldtimerbegeisterten. Von dort aus lotste Bürgermeister Peter Jansen sie mit dem Startsignal auf die Strecke. Ältestes Schmuckstück im Rennen: ein Chrysler Imperial, 1929 in Amerika gebaut. "Dieser Schatz gehört uns seit 1998", sagte das Ehepaar de Groot, das aus Belgien angereist war und das Feld anführte.

Startnummer drei haben die Symons und ihr 1936 erbauter Opel 6. 40 001 zeigt der Kilometerzähler des Vier-Gang-Autos an. "Jetzt links in die Kirchstraße. Links habe ich gesagt!", navigiert Maria Symons ihren Mann in fremder Umgebung, während der Fahrtwind auf die Rallye einstimmt. Problemlos erreichen die Brüggener dank der "Chinesenzeichen" als Wegweiser den ersten Checkpoint Baal. "Mit offenem Verdeck, stressfrei entspannen", sagt Rudi Symons, das schätze er am Oldtimerfahren. In Rüsselsheim gebaut, fand der Opel 6 über Paris, Düsseldorf und Bremen den Weg in die Garage des Ehepaars. "Heute gibt es in Deutschland vielleicht noch 30 Stück", sagt Symons. Ohne zu murren fährt das elegante, dennoch schwere Vehikel die Kilometer ab. Auf die Frage, wie viele Stunden Rudi Symons in sein Hobby investiere, erwidert er nur ein Grinsen. Auskosten und genießen heißt es wohl, wenn man sich in einen Oldtimer verliebt. Stunden werden nicht gezählt. Über Baal, Geilenkirchen und Heinsberg führt sie die Karte. Kleine Aufgaben meistern sie und die anderen Teilnehmer, ehe Kurs auf Erkelenz genommen wird.

Organisator Winfried Peters und Moderator Dieter Schuhmachers begrüßten die Rückkehrer feierlich. Dann wurde bei bestem "Sonntagsfahrer"-Wetter noch gemeinsam gegessen und gefachsimpelt. Am Abend verlieh die Dekra die Siegerpokale. Der Imperial Chrysler wurde als ältestes Auto in der Klasse "Antique & Classics" geehrt.

Auch Rudi und Maria Symons erreichten den Markt pannenfrei. Fazit ihrer ersten Rallye: "Ein super Tag im Kreis Heinsberg", und mit 40 151 gefahrenen Kilometern ein Endstand, der dem heutigen Wert der motorisierten Rarität nahe kommt. Die geplanten Fahrten im Kreis Viersen, dem Spreewald und Luxemburg können also kommen. Immer dabei: die Silbermedaille mit dem Symbol des Christophorus - dem Schutzpatron der Autofahrer.

(jessi)