Hückelhoven und Erkelenz nutzen Digitalpakt Schule und fördert selbst Medienkonzepte

Hückelhoven und Erkelenz nutzen Digitalpakt : Digitales Lernen an Schulen forcieren

Hückelhovens Schulausschuss hat zwei einstimmige Beschlüsse gefasst, um die Digitalisierung an Schulen zu fördern. Erkelenz hat ein Konzept zur Medienentwicklung verabschiedet und will Schulen bei der Gerätewartung helfen.

Alle Schulen in Erkelenz und Hückelhoven sollen in wenigen Jahren über einen Mindeststandard an digitaler Ausstattung verfügen. Daher sollen zeitnah Fördermittel aus dem „Digitalpakt Schulen“ fließen. Zusätzlich stellen beide Kommunen eigenes Geld bereit, um die Digitalisierung voranzutreiben. In Hückelhoven stehen 95.000 Euro im städtischen Haushalt. Das im Schulausschuss in Erkelenz beratene Medienentwicklungs-Konzept hält jährliche Gesamtkosten in Höhe von bis zu 365.000 Euro für notwendig.

Das Hückelhovener Vorgehen Um Mittel aus dem Digitalpakt abzurufen, soll in Hückelhoven zunächst ein erfahrenes Ingenieurbüro mit einer Bestandsaufnahme der schulischen IT-Infrastruktur beauftragt werden. Auf Basis dieser Untersuchung soll mit dem Ingenieurbüro und der Schulleitung mit Blick auf vorhandene Medienkonzepte ein Ziel festgelegt werden: Welcher IT-Infrastruktur-Standard muss für die jeweilige Schule erreicht werden? Aus dem Digitalpakt Schule entfällt auf die Stadt Hückelhoven ein Förderbudget von 1,85 Millionen Euro. Bei jeder Maßnahme muss die Stadt zehn Prozent Eigen­anteil zahlen. Damit die Technik auch entsprechend genutzt werden kann, soll jede Schule in den nächsten zwei bis drei Jahren einen Glasfaser-Anschluss erhalten.

Das Digitalpakt-Geld sei nur ein Baustein der städtischen Bemühungen, betonte Schuldezernent Thorsten de Haas: „Wir haben nicht jetzt erst die Digitalisierung entdeckt. Die Stadt hat bereits erhebliche eigene Mittel investiert und will das auch weiterhin tun.“ 43.000 Euro investierte Hückelhoven in diesem Jahr für die Umsetzung der Medienkonzepte an den Grundschulen Brachelen, Baal und Ratheim (Weidengrund und Michael-Ende-Schule).

Die Zuschüsse der Stadt sind nicht an Vorgaben gebunden und können daher zum Beispiel auch für die Anschaffung mobiler Endgeräte genutzt werden, die im Digitalpakt nur „nachrangig förderfähig“ sind. Einige Schulleiter, die bereits über eine gute Ausstattung verfügen, hatten in Vorgesprächen zu bedenken gegeben, dass ihre Schule schon erhebliche Mittel in Eigeninitiative und mit dem Förderverein eingesetzt habe. Weil die IT-Ausstattung in den Schulen stark variiert, muss laut Verwaltung möglicherweise in älteren Schulgebäuden, wo weniger investiert wurde, mehr Geld aus dem Förderprogramm eingesetzt werden.

Das Erkelenzer Vorgehen Das Fachbüro Dr. Garbe, Lexis & von Berlepsch hat einen Medienentwicklungsplan erstellt und kalkuliert, dass an den Erkelenzer Schulen rund 1500 EDV-Arbeitsplätze benötigt werden, 150 weitere Geräte wie Drucker und Scanner sowie 330 Anlagen der Präsentationstechnik, darunter Beamer und interaktive Tafeln. Je vier Schüler beziehungsweise Lehrer stünde dann ein Gerät wie PC oder Tablet zur Verfügung. „Wir empfehlen, als Kommune die Wartung der Geräte für alle Schulen stadtweit anzubieten“, erklärte Fachplaner Wolfgang Richter. Derzeit organisieren die Schulen diese Aufgabe selbst, meist als Zusatzaufgabe für Lehrer. Doch mahnte Richter: „Durch die erhöhte Geräteanzahl steigen die Anforderungen an die Wartung.“ Auf Basis einer Bertelsmann-Studie sollte Erkelenz mit vier bis fünf Stellen kalkulieren.

Im Mittelwert gibt Erkelenz derzeit 233.000 Euro pro Jahr für die Digitalisierung der Schulen aus. Künftig könnten es je nach Ausstattungsvariante 365.000 bis 690.000 Euro werden, teilte Richter dem Schulausschuss mit, riet aber davon ab, flächendeckend auf die teure, sogenannte interaktive Präsentationstechnik zu setzen. Dafür legte er nahe, die 1,7 Millionen Euro, die Erkelenz aus dem Digitalpakt Schule erhalten soll, vollständig in die Infrastruktur zu investieren, die an allen Schulen auszubauen sei: „Damit würde dieses Geld nachhaltig eingesetzt.“

Dass Erkelenz die Anregungen umsetzen will, erklärte Schuldezernent Hans-Heiner Gotzen. Bei der fehlenden Breitbandanbindung der Schulen sollen die 2020 erwarteten Fördermittel des Bundes eingesetzt werden. Der Ausbau der Infrastruktur in den Schulen, hier vor allem die Netzwerk-Verkabelung, ist Gotzen zufolge bereits in den Haushaltsentwurf ab 2020 eingeplant: „Außerdem haben wir im Haushalt zwei neue Stellen eingeplant für Support und Wartung der Geräte an den Schulen sowie die Medienentwicklung.“