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Hospiz Erkelenz: Freude über Spende aus CD-Wundertüten-Aktion

Sterbebegleitung in Erkelenz : Hospiz freut sich über Spende aus der CD-Wundertüten-Aktion

Die Tüten mit je zehn CDs des RP-Redakteurs Wolfram Görtz, die er vor der Stadtbücherei Erkelenz für den guten Zweck verkauft hat, gingen alle weg. Das Hospiz freut sich über die Spende, gerade in Zeiten von Corona.

„Mozart mag ich sehr“, sagt Bernd Finken, der eine der CD-Wundertüten abholt. Die hat er bereits vorbestellt – ohne zu wissen, was drin ist. Jetzt ist die Freude groß: Alle Klavierkonzerte des berühmten Komponisten der Wiener Klassik hat der Erkelenzer erwischt.

„Musik interessiert mich“, sagt er. „Außerdem bin ich Mitglied im Heimatverein.“ Da lag es nahe, die Aktion, die RP-Redakteur und Musikkritiker Wolfram Goertz gemeinsam mit dem Heimatverein der Erkelenzer Lande auf die Beine gestellt hat, zu unterstützen. In jeder von Goertz zusammengestellten Tüte befinden sich zehn CDs. „Da sind immer zwei, drei Kröten drin, aber auch immer mindestens eine Spitzen-CD“, verspricht er. „Jede Tüte hat einen Verkaufswert von rund 180 Euro.“

Die CDs stammen aus seiner eigenen Sammlung – die 15.000 Titel umfasst hat und die nach seiner Einschätzung eine der größten am Niederrhein ist. Da er viele CDs doppelt oder sogar dreifach besaß, hat er aussortiert – und die Tüten gepackt.

Die verkauft Goertz für den guten Zweck, weswegen viele der Musikliebhaber, die ihm eine Tüte abnehmen, auch gerne mehr als zehn Euro geben. Ein Teil der Einnahmen geht an die Musikerambulanz an der Uniklinik Düsseldorf, die Goertz koordiniert. Der Rest – 250 Euro – kommt dem Hospiz der Hermann-Josef-Stiftung in Erkelenz zugute. „Das ist eine ganz wichtige Sache“, sagt Goertz. „Denen brechen gerade die Spenden weg.“

Grund dafür sind viele Spendenaktionen, die derzeit aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen, wie Hospizleiterin Christina Ide sagt. Auch Firmen und Privatpersonen, die sonst regelmäßig an das Hospiz spenden, seien momentan teilweise in finanziellen Schwierigkeiten, beispielsweise durch Kurzarbeit. „Erkelenz hat sonst immer ein gutes Spendenaufkommen“, betont Ide jedoch auch.

Von der Aktion mit den CD-Wundertüten haben sie und ihr Team im Vorfeld nichts gewusst, die Spende kam überraschend. „Wir finden das total nett und freuen uns darüber.“ Momentan könne das Hospiz jeden Euro gebrauchen. Fünf Prozent ihrer Gesamtkosten – etwa 100.000 Euro im Jahr – deckt die Einrichtung über Spendengelder ab. Das ist so gesetzlich geregelt, erklärt Ide. Hinzu kommen besondere Ausgaben für die Bewohner, die ebenfalls über Spenden finanziert werden.

„Wir wissen dieses Jahr nicht, ob wir das Spendenziel erreichen. Dann sind wir nicht kostendeckend und müssen hoffen, dass die Stiftung das auffangen kann“, sagt Ide. Gerade deswegen freut sie sich über die Spende aus dem CD-Verkauf.