Holzweiler: Besuch von Landrath Stephan Pusch auf Wochenmarkt Holzweiler

Landrat Stephan Pusch beim Wochenmarkt Holzweiler : Regionalität mehrfach von Bedeutung

Landrat Stephan Pusch besuchte den Wochenmarkt in Holzweiler, durch den örtliche Strukturen gestärkt und lange Anfahrtswege von Produkten vermieden werden.

Das geschäftige Treiben auf dem Wochenmarkt war in vollem Gange, als Landrat Stephan Pusch vorbeischaute. Ältere Menschen kamen mit Rollator her und deckten sich mit Lebensmitteln oder Pflanzen ein. Dazu waren Mütter mit Kleinkindern ebenso anzutreffen wie Kunden mittleren Alters. Der Landrat besuchte im Rahmen seines Einsatzes für nachhaltige regionale Wirtschaft und für regionale Produkte vor dem Hintergrund der Klimaschutzdebatte das neue Marktgeschehen. Dabei traf er sich mit Petra Büschgens, Brigitte Kaulen, Günter Voetz und Karl-Heinz Steffens vom Verein „Seilerdorf-Treff“, der den freitäglichen Handel sowie weitere örtliche Angebote auf den Weg gebracht hat.

Es stand wie gewohnt der Tante-Emma-Bus des Roten Kreuzes mit Waren für den täglichen Bedarf auf dem Platz vor der Alten Schule. Das Geschäft Thomas Portz bot Geflügel, Reiner Krimp Schnittblumen und Pflanzen, Metzger Kelleners Fleisch- und Wurstwaren sowie bot die Bäckerei Maria von Heel Backwaren an. In der Alten Schule verbrachten zudem viele Besucher gesellige Zeit im gemütlichen Café. Der Landrat zeigte sich von dem dörflichen Projekt beeindruckt. Dabei betonte er, dass viele regionale Aspekte das soziale Leben, auch im Alter, vor Ort ermöglichen und gleichzeitig die Umwelt schonen. „Wenn regional produziert und verbraucht wurde, hat man viel mehr Wert auf Regionalität gelegt“, sagte er. In Holzweiler setze man den Ansatz praktisch um: Durch Einbindung örtlicher Anbieter stärke man die regionalen Strukturen, wovon auch Anwohner durch gestärkte Ortsstrukturen und Schaffung einer Anlaufstelle profitierten. Es sei auch für die älteren Menschen wichtig, im Ort ein Schwätzchen halten und einkaufen zu können. Und er beschrieb einen allgemein vorhandenen Wunsch: „Die Leute haben ein tief empfundenes Bedürfnis zu wissen, wo die Produkte herkommen.“ Zudem seien hochwertige Kreisläufe vor Ort umweltschonender, als innerhalb des globalen Kreislaufes etwa Soja Übersee als Futter für die Rinder einzukaufen. Beim Klimaschutz spiele darüber hinaus der öffentliche Nahverkehr eine wichtige Rolle, was er auch der Jugend bei Schulbesuchen vermittle. Um das regionale Angebot weiter zu festigen, möchte der „Seilerdorf-Treff“ einen Service-Point mit Café, Brötchenverkauf, Reinigungsservice, Poststelle und Lebensmittelbestell-Service dauerhaft in Alter Schule oder Altem Feuerwehrhaus einrichten. Alle bisherigen Angebote hätten sie nach eigenem Konzept entwickelt, seien aber mit der Idee der Einrichtung der Stelle in der Alten Schule bei der Stadt Erkelenz auf Widerstand gestoßen. Stephan Pusch sicherte der Gruppe zu, bald das Gespräch mit der Verwaltung zu suchen.

Der Landrat stattete den Besuch auch mit Blick auf die Altersstrukturen im Kreis ab. Vor einigen Jahren hatte er die kreisweite Stabsstelle Demografie ins Leben gerufen. Anhand von Wohnmarktstudie und Quartiersentwicklung wurden Lebens- und Wohnbedingungen näher bestimmt mit dem Ziel, sie für alle zu verbessern. Man müsse jetzt mehr in die Umsetzung kommen, das Leben zu Hause bis ins hohe Alter zu ermöglichen, betonte er, dazu gehörten soziale Kontakte, Mobilität, ärztliche Versorgung und Nahversorgung. Und im Bereich der Regionalwertschöpfung gäbe es beispielsweise 60 regional produzierende Partnerbetriebe, die unter der Marke „Heinsberger Land, das schmeckt“ angesiedelt sind. „Vielleicht kann man in Holzweiler ein schönes Gesamtkonzept erstellen“, blickte er in die Zukunft, „als Musterbeispiel, wie man aus eigener Initiative das Dorfleben wieder herstellt.“