Erkelenzer Land: Hohe Getreidemengen - niedrigere Preise

Erkelenzer Land : Hohe Getreidemengen - niedrigere Preise

"Wir mussten lange auf den Sommer warten. Dann aber konnte die Gerstenernte mit Volldampf starten. Die Wintergerste war reif und musste runter", sagt Bernhard Conzen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Heinsberg. Die Mähdrescher rollen in diesen Tagen über die Getreidefelder.

Bevor es so warm wie in den vergangenen Tagen wurde, hatten die Landwirte noch weniger Glück mit dem Wetter. Die Entwicklung der Getreidebestände verzögerte sich um etwa 14 Tage. Der Winter war lang, und das Frühjahr ließ sehr lange auf sich warten. Von Februar bis April war es zu kalt, zu trocken, und es gab zu wenig Sonne. Auch im Juni war es noch zu kalt. Nun aber sei "alles anders als im vergangenen Jahr, wo Regentage die Ernte immer wieder unterbrachen", erklärte Conzen. Völlig anders als in den zurückliegenden Monaten erwartet, falle auch die Versorgungslage am globalen Getreidemarkt aus. Für das neue Wirtschaftsjahr 2013/14 rechnen Experten inzwischen nicht mit einer durchschnittlichen, sondern sogar mit einer guten Ernte. "Und anders im Vergleich zum Vorjahr sind vor allem die Getreidepreise", kündigt der Vorsitzende an. Hohe Getreidemengen bedeuten auch niedrige Preise, und das hohe Preisniveau des Vorjahrs werden die Getreideerzeuger diesmal nicht erreichen.

"Des einen Leid ist des anderen Freud: Durch den Preisdruck stellt sich die Situation für die Schweine- und Geflügelhalter dieses Jahr anders dar. Hatten sie im Vorjahr noch unter hohen Futterkosten zu leiden, dürfen sie sich diesmal auf sinkende Preise für Futtergetreide und auch Eiweißfuttermittel freuen", betont Conzen.

Die Getreideernte beginnt in der Regel am Vormittag, wenn das Getreide abgetrocknet sei. Nachts werde ohne Notfall nicht gedroschen, da die Feuchtigkeit im Korn zu hoch sei und das Getreide nicht optimal gelagert werden könne. "Nachts braucht der Mähdrescher Pause. In den Abendstunden legt sich der Tau nicht nur auf das Gartenmobiliar ab, sondern auch aufs Korn", erklärt Conzen. Natürlich könne es vorkommen, dass der ein oder andere bis in die späten Abendstunden dreschen müsse. Hier bitte er die Menschen um Verständnis.

Im Rheinland (Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln) wachsen auf etwa 30 845 Hektar Wintergerste und auf 105 061 Hektar Winterweizen. An Getreide wurden auch Roggen (2502 Hektar), Sommergerste (4079), Hafer (4033) und Sommerweizen (1482) angebaut. Die Rapsfläche beträgt etwa 15 005 Hektar.

(RP)
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