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Hochzeit und Kultur: Happy End im Autokino Erkelenz

In Erkelenz : Happy End im Autokino

Vier Wochen lang diente das Autokino auf dem alten Parkplatz an der Kölner Straße in der Corona-Krise als kultureller Treffpunkt. Zum Abschluss gab es auch eine Hochzeit in Feststimmung.

Vom Erfolg überrannt wurden die Macher vom Kultur-Garten von ihrem Autokino auf dem alten Parkplatz der Firma Wirth an der Kölner Straße. Zum Abschluss gab es ein echtes Happy End. „Wir haben eine richtige Autohochzeit durchgeführt“, berichtet Raphael Meyersieck, der die Idee zu diesem Spektakel hatte. Nina und Christian waren die Glücklichen, die bei einer kurzfristig anberaumten Tombola die Feier gewonnen hatten. Mit rund 200 Gästen in rund 100 Fahrzeugen feierten sie nach der standesamtlichen Trauung am Samstag am nächsten Mittag auf dem Gelände des Autokinos mit allem, was zu einer Hochzeit gehört. Selbst der über das Autoradio übertragene Hochzeitsmarsch fehlte nicht.

Weit über 5000 Menschen nahmen auf dem inzwischen städtischen Gelände die unterschiedlichen Angebote in den vergangenen vier Wochen wahr. „Dabei hatten wir eigentlich nur an einem Wochenende Filme auf der 100 Quadratmeter großen Leinwand zeigen wollen“, berichtet Dominik Mercks. Aus dem ersten Wochenende wurden nach dem erfolgreichen Auftakt drei weitere, aus den ursprünglich fünf Kinofilmen, bei denen der Ton übers Autoradio in die einzelnen Fahrzeuge übertragen wurde, insgesamt 20. Damit waren aber längst noch nicht die Qualitäten des Autokinos ausgereizt. Es entwickelte sich eine Eigendynamik, kreative Köpfe entwickelten viel Fantasie, die zu anderen Veranstaltungen führten, mit denen der Kultur-Garten ursprünglich nicht gerechnet hatte und die zur Folge hatte, dass neben der Leinwand ein kleine Bühne aufgebaut werden musste. Die Autokino-Edition von „Hastenraths Will trifft …“ lockte bei den Besuchen von Steffi Neu und Bernhard Hoecker ebenfalls die Scharen an.

Auch die evangelische Kirche stieg ein und gestaltete an einem Sonntagmorgen gleich zwei, gut besuchte Auto-Gottesdienst. Am Wochenende wurde spektakulär auf dem Gelände abgefeiert wurde. Mit Lasershow, Hupkonzerten und flackernden Autolichtern gab es ein „Electrisize-Festval“ im Kleinen, das nicht nur Besucher aus ganz Deutschland zur Fahrt nach Erkelenz veranlasste, sondern viele Schaulustige anlockte, die vom Gehsteig aus das flackernde, wummernde, ausgelassenen Treiben beobachteten. „Wir mussten sogar die Notbremse ziehen“, meinte Mercks in der Nachbetrachtung. Da wurden Laserschau und Musikbeschallung ausgeschaltet, damit die Musikfreunde sich wieder beruhigten, und sich vom Tanz auf den Dächern wieder ins Innere ihrer Autos trollten.

Getreu dem Motto, dass man aufhören soll, wenn es am schönsten ist, wurde am Montag mit dem Abbau der Leinwand und der technischen Einrichtungen begonnen. Nach 20 Kinofilmen, drei Live-Veranstaltungen, zwei Gottesdiensten und einer Hochzeit zieht der Kultur-Garten ebenso weiter wie Hastenraths Will. Die Kinomacher richten einen Parkplatz in Oberbruch her. Hastenrath Will legt in Wassenberg Station ein, wo er am 22. Mai Marc Metzger trifft. „Wir hatten vier gute Wochen in Erkelenz mit vielen Ereignissen, die ursprünglich nicht auf unserem Zettel standen“, bilanziert Mercks.In Oberbruch, auf einer Fläche für rund 250 Autos, werden am Wochenende Filme gezeigt, die in Erkelenz schon zu sehen waren. „Wir haben keine neuen mehr bekommen, was schon ein Grund war, in Erkelenz aufzuhören“, erläuterte Mercks. Theoretisch hätte der Kultur-Garten noch bis Ende Mai an der Kölner Straße wirken können. „Aber jetzt mit der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen und der anstehenden Wiedereröffnung des Kinos in Erkelenz braucht es unser Autokino in Erkelenz nicht mehr.“ Ein zweiter Grund für das Ende war das Fassungsvermögen der Parkplätze. „Die 250 in Oberbruch erlauben uns auch Live-Konzerte, die in Erkelenz aus Platzgründen gar nicht möglich wären.“ So soll es am letzten Mai-Wochenende in Oberbruch ein Konzert mit Kasalla geben.

Bis dahin ist der Parkplatz längst wieder in der Obhut der Stadt Erkelenz. Ihr dankt Mercks für die mietfreie Überlassung des Geländes, die es dann für die Zwecke nutzt, für die es eigentlich vorgesehen ist.