Herbert Aretz stellt bei Pro Arte in Erkelenz aus

Ausstellung : Reiseeindrücke und Industriekultur

Herbert Aretz stellt unter dem Titel „Farben und Wasser“ in der Galerie Pro Arte am Erkelenzer Franziskanerplatz aus. Der Geilenkirchener verbindet Reiseeindrücke und Architektur.

Erkelenz Seine berufliche Vergangenheit und seine Leidenschaft fürs Reisen kann und will der 70-jährige Herbert Aretz nicht verleugnen. In seinen Gemälden, die unter dem Titel „Farben und Wasser“ derzeit in der Galerie Pro Arte ausgestellt werden, sind Impressionen von Gebäuden und Reiseeindrücke die immer wiederkehrenden Motive des Architekten aus Geilenkirchen. Der Titel macht deutlich, wo der Schwerpunkt seiner Maltechnik liegt: im Aquarell. Aber auch Kreidezeichnungen, Tuschearbeiten oder Bleistiftskizzen finden sich in der abwechslungsreichen Ausstellung. Doch überragen die Aquarelle alles und vermittelt Aretz überzeugend, dass das Arbeiten mit Wasserfarben mehr ist, als das Auftragen von Farben auf nassen Untergrund mit dem Warten auf das auseinanderfließende Ergebnis.

Mitnichten: Jeder Pinselstrich sitzt und führt zu dem Ergebnis, das Aretz erzielen will. Das gilt für den Aachener Dom ebenso wie für eine Ansicht von St. Malo oder die Industriedenkmäler. Ob klar konturiert, verschwimmende Linien, detailliert oder ineinanderfließend, jeder „Handgriff“ sitzt bei der Gestaltung. „Ein Aquarell verzeiht keine Korrekturen. Die Aquarelltechnik ist eine der technisch schwierigsten Maltechniken“, sagte Aretz, der sich schon seit 13 Jahren intensiv damit beschäftigt. „Diese Technik ist heute selten geworden, und dies ist sehr schade, wenn man sich so hier umschaut“, meinte Gisela Stotzka, die bei der Vernissage der Ausstellung über Aretz und sein Werk sprach. Seine Reisebilder seien eindeutig zu verorten, seine Porträts präzise, obwohl Aretz nicht fotorealistisch male, obwohl er das bestimmt auch könne. „Aretz schafft es, mit sparsamen Mitteln den Inhalt zu transportieren und gleichzeitig in der leuchtenden Farbigkeit seiner Aquarelle eine Stimmung auszudrücken.“

Ein kompletter Raum ist den Gemälden gewidmet, in denen sich Aretz der Industriearchitektur widmet. Er lässt dort den morbiden Charme verlassener Zweckbauten aufleben. Stotzka spricht vom „Altmetall“, das Aretz in seiner „freundlichen Farbigkeit und gekonnten Aquarelltechnik“ ausdrucksvoll zum Leben erwecke. „Hier wird Rost zu Patina.“

Aber Aretz befasst sich nicht nur mit der Aquarelltechnik, in der er es zur Meisterschaft gebracht hat. Für den Künstler ist es fast schon eine Notwendigkeit, sich weiterzuentwickeln, mit verschiedenen Materialien zu experimentieren, andere Techniken auszuprobieren. Auch dafür finden sich Werke in der Ausstellung bei Pro Arte. Der Künstler habe „sich bis heute die Neugier auf neue Ausdrucksmittel bewahrt“. Sein „Spieltrieb“ sei nach wie vor vorhanden. „Ich wünsche mir, dass er weiterhin experimentiert und dabei seinen speziellen Stil beibehält, und wir uns dann auf die nächste Ausstellung freuen dürfen.“ Dem Wunsch von Stotzka schlossen sich viele Besucher der Vernissage gerne an.

Aretz selbst dankte in aller Bescheidenheit Pro Arte und vornehmlich seinem Künstlerfreund aus Geilenkirchen, Willy Arlt, für die Möglichkeit, in Erkelenz auszustellen. „Meine Bilder sprechen für sich, dazu braucht es nicht mehr viele Worte.“