1. NRW
  2. Städte
  3. Erkelenz

Interview mit Günther Merkens: Heimatverein will Historische Raritäten zeigen

Interview mit Günther Merkens : Heimatverein will Historische Raritäten zeigen

Wie der Heimatverein die Ausgrabungsfunde unter Haus Pesch den Menschen in Erkelenz gerne näherbringen würde.

In Bonn werden zurzeit erstmals archäologische Raritäten präsentiert, die unter dem einstigen Rittergut in Pesch gefunden wurden. Dieses musste dem nahenden Braunkohlentagebau weichen. Seltene Funde wie Holz- und Lederschuhe aus dem 15./16. Jahrhundert aber auch ein Hodendolch gehören dazu. Als Vorsitzender des Heimatvereins der Erkelenzer Lande: Wie war Ihre erste Reaktion, als Sie davon hörten?

Merkens Ich war erfreut, denn solche Funde sind im Erkelenzer Land äußerst selten. Und sicherlich wird im Rahmen des fortschreitenden Tagebaues noch mehr ans "Licht" kommen. Zu den Funden von Pesch kam mir sofort der Gedanke, das Thema zum Inhalt eines Vortrages in Erkelenz zu machen.

In diesem Monat und im Mai zeigt das Landesmuseum in Bonn eine Reihe der Ausgrabungsstücke in einer Ausstellung. Der Heimatverein des Erkelenzer Landes ist immer findig: Könnten Sie sich vorstellen, dieses Thema so aufzugreifen, dass es auch in Erkelenz selbst eine Öffentlichkeit erhält?

Merkens In der Tat. Natürlich greift der Heimatverein das Thema auf und wird es in die Öffentlichkeit tragen. Neben einem Vortrag — sofern die Experten aus Bonn diesen Weg mitgehen — könnte auch eine Fahrt nach Bonn zu den Exponaten organisiert werden.

  • Archäologische Fundstücke in Erkelenz : Raritäten unter Haus Pesch entdeckt
  • Der Screenshot zeigt die Animation der
    Zerstörtes Gebäude in Erkelenz : Virtueller Rundgang durch alte evangelische Kirche
  • Das Rheinische Feuerwehrmuseum Erkelenz-Lövenich ist eines
    Übersicht : Die Museen im Erkelenzer Land öffnen wieder

Könnten Sie sich als Heimatverein vorstellen, den Landschaftsverband Rheinland und möglicherweise andere Partner dafür zu gewinnen, einige Funde einmal in Erkelenz auszustellen?

Merkens Dies sollte auf jeden Fall versucht werden. Neben dem Landschaftsverband Rheinland hat meines Erachtens auch der Betreiber des Tagebaues, RWE Power, eine Verpflichtung, solche Kulturgüter im Erkelenzer Land den Bürgern sichtbar zu machen. Nach der erfolgreichen Raky-Ausstellung im vergangenen Jahr und der Tagung zu den Handschriften von Hohenbusch jetzt im März kann ich mir gut vorstellen, dass der Heimatverein erneut die Initiative ergreift, um die Fundstücke aus Pesch, eventuell auch weitere Ergänzungen, in Erkelenz zu zeigen. Voraussetzung ist natürlich, dass das Landesmuseum Bonn "mitmacht" und die Exponate zur Verfügung stellt.

Oder könnte es eine Dauerausstellung geben, die von Mitgliedern Ihres Vereins mit betreut wird? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen?

Merkens Das ist eine schwierige Frage, denn da müssen die Folgekosten bedacht werden, denn Ausstellungen dieser Art haben immer nur ein begrenztes Publikum. Möglich wäre dies aber schon, allerdings müssten die finanziellen Rahmenbedingungen, dazu gehören auch entsprechende Ausstellungsräume, klar sein. Ich habe ja seit einiger Zeit noch eine andere Idee, nämlich den jahrtausendealten Holzbrunnen aus Kückhoven — den größten jungsteinzeitlichen Holzbrunnen der Welt (Anmerkung der Redaktion) — im Erkelenzer Land sichtbar in die Erinnerung der Bevölkerung zu bringen. Vielleicht kam man hier einiges miteinander verbinden. Interessant ist die Angelegenheit schon.

ANDREAS SPEEN FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Erkelenz: Raritäten unter Haus Pesch entdeckt

(RP/rl)