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Heimatverein gibt Faltblatt zur evangelischen Kirche Erkelenz und den Fenstern heraus

Neu beim Heimatverein Erkelenz : Faltblatt über die Evangelische Kirche

Zwei neue Broschüren bedeutender Erkelenzer Bau- und Kunstwerke sind erschienen. Der Heimatverein der Erkelenzer Lande hat die Reihe um die Evangelische Kirche Erkelenz und die Fenstergestaltung erweitert.

„Der Heimatverein freut sich, dass er mit dazu beitragen kann, dass die evangelische Kirche sich nach außen hin präsentieren kann“, äußert der erste Vorsitzender des Heimatvereins Günther Merkens. In einem fünfteiligen Faltflyer wird ein kurzer geschichtlicher Abriss über das Bauwerk der Erkelenzer Kirche gegeben. Die ursprüngliche Kirche wurde 1904 eingeweiht. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, die jetzige Kirche 1950 erbaut. Wichtige Teile der Kirche werden vorgestellt und erläutert. Über die Fenster der Kirche, die neu eingesetzt werden, ist ein eigener Flyer entstanden. Bilder der Fenster erklären die darauf abgebildeten Geschichten und geben einen Überblick über den Dreiklang, der im Glaubensbekenntis begründet ist und Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist in den Fenstern symbolisiert.

Die Reihe der bedeutenden Bau- und Kunstwerke in Erkelenz, die als Flyer erschienen ist, wurde 1989 von der Stadt Erkelenz begonnen, endete jedoch 2010. Im Jahr 2018 führte der Heimatverein der Erkelenzer Lande in Absprache mit der Stadt diese Reihe fort und gibt seither weitere Informationsschriften heraus. Der Erkelenzer Künstler Michael Franke gestaltete die Entwürfe der Kirchenfenster. Für diese Fenstergestaltung bewarben sich sieben Künstler mit einem Entwurf. Anonym wurde in der Kirchengemeinde ein Entwurf daraus ausgewählt – der von Michael Franke. „Ernst Otto Köpke, der die Fenster der Kirche 1951 gemacht hat, kannte ich bereits als Kind – er war ein Freund meines Vaters. Deshalb empfinde ich es als Ehre, dass ich die Fenster hier realisieren durfte“, sagt Franke, dessen Atelier nicht weit von der Kirche entfernt ist.

Sein Entwurf wurde im Glasmalereibetrieb Oidtmann in Linnich umgesetzt und gemalt. „Es war eine Herausforderung, denn es mussten sehr viele Techniken verwendet werden. Es ist zum Teil Überfangglas, das aus mehreren Farbschichten besteht. Die Farbe wird dann weggeätzt“, erklärt er. Der Blau-Grau-Ton des Fensters, in das die Schrift eingefügt ist, wird scherzhaft „Erkelenzer Blau“ genannt, da die Farbe extra hergestellt werden musste. Insgesamt dominieren Rot- und Blautöne in der Farbgestaltung.

Das Emporenfenster wird momentan eingebaut. Eine Abbildung davon ist bereits im Flyer gezeigt. Das Thema ist das Luther-Lied „Eine feste Burg ist unser Gott“ mit Noten des Liedes im oberen Bereich und dem Schriftzug im unteren Emporenbereich. Das neue Schöpfungsfenster ist abstrakt mit gegenständlichen Bereichen. So sind im Kern des Fensters zwei haltende Hände erkennbar und im unteren Teil Wasser mit Fischen und menschlichen Silhouetten. „Die Gestaltung spricht alle Generationen an, ich bin total begeistert“, bemerkt Herbert Standke, stellvertretender Vorsitzender des Presbyteriums und Finanzkirchmeister.

Neben der Geschichte der Kirche sind auch die Elemente beschrieben und erklärt. Neben Glocken und Orgel wird das Kreuz und der Taufleuchter näher erläutert. Dieser ist ebenfalls von Michael Franke gestaltet worden. Die beiden Glocken der Kirche stammen aus dem 16. und 18. Jahrhundert. Das Glockengeläut der Kirche ist auf die Glocken in St. Lambertus abgestimmt. Die Gestaltung der Flyer übernahm der Künstler selbst, die Texte schrieb Hans-Josef Broich.