Erkelenz: Hegenscheidt-MFD erweitert

Erkelenz : Hegenscheidt-MFD erweitert

Um die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Erkelenz zu steigern, sind bei Hegenscheidt-MFD in diesem Jahr acht Millionen Euro investiert worden, unter anderem für eine neue Montage- und Lagerhalle.

Ein mächtiger Brückenkran ließ gestern bei Hegenscheidt-MFD den Schlüssel von der Decke der neuen Montage- und Lagerhalle zu Boden schweben. Danach wurde dieser an Geschäftsführer John Oliver Naumann übergeben, der die Halle auf dem Firmengelände nahe des Erkelenzer Bahnhofs nach siebenmonatiger Bauzeit in Betrieb nahm. Weil der international ausgerichtete mittelständische Werkzeugmaschinenbauer gute Geschäfte gemacht hat und sich weitere Steigerungen verspricht, wurden dreieinhalb Millionen Euro für die neue, an den Bestand angegliederte Halle investiert. Weitere viereinhalb Millionen Euro wurden in diesem Jahr unter anderem für neue Maschinen ausgegeben. Eine nochmalige Erweiterung der Halle schloss Naumann gestern nicht aus.

Hegenscheidt-MFD gehört zur NSH, der Niles-Simmons-Hegenscheidt-Gruppe, in der mehr als 180 Jahre Erfahrung im amerikanischen und deutschen Werkzeugmaschinenbau vereint sind. Von Erkelenz aus werden Einzelmaschinen und schlüsselfertige Anlagen für Eisenbahnunternehmen und die Automobilindustrie gefertigt und vertrieben. So gehören Bearbeitungsmaschinen zur Neuerstellung wie auch Aufarbeitung von Eisenbahnradsätzen zum Programm, ebenso aber auch Maschinen, mit denen Kurbelwellen für Autos geprüft und bearbeitet werden können.

2013 erwirtschaftete Hegenscheidt-MFD mit 430 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von 95 Millionen Euro, erklärte John Oliver Naumann, der geschäftsführende Gesellschafter der NSH-Gruppe, gestern. 2014 und 2015 ließen weitere Steigerungen erwarten, fügte er im Gespräch mit der RP hinzu. "Um dieses Wachstum abzusichern, haben wir in Erkelenz investiert", sagte Naumann, "der Gesamtbetrag von acht Millionen Euro trägt zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit an diesem Standort bei." Bürgermeister Peter Jansen bedankte sich ausdrücklich für das "Bekenntnis zu Erkelenz". Dass es der Stadt gut gehe, hänge mit den hier investierenden Unternehmen zusammen.

80 Prozent beträgt der Exportanteil von Hegenscheidt-MFD. China, Australien und Brasilien bezeichnete Naumann gestern als zurzeit sehr gute Märkte. Russland sei das üblicherweise auch, doch machten sich die Sanktionen der EU und die russische Reaktion darauf zunehmend bemerkbar.

Die neue 88 Meter lange, fast 25 Meter breite und 15 Meter hohe Halle ist indes nicht die einzige Investition, auf die Naumann gestern hinwies. So wurde das Dach einer anderen Halle, in der acht Maschinen Werkzeuge für die Automobilindustrie herstellen, vollständig zu einem Solardach umgerüstet: "Jetzt können die Maschinen bei Sonne komplett ,grün' produzieren."

(RP)
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