Schwerpunkt Gottes Wort Hören: Hass ist keine gute politische Option

Schwerpunkt Gottes Wort Hören : Hass ist keine gute politische Option

"Gott spricht: Ich schenke Euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in Euch." Ein Bibelvers aus dem Buch Ezechiel (36,26) im Alten Testament als Losung für die Christenheit auf dem Weg durch das neue Jahr 2017.

Das gesellschaftliche Klima hat sich verändert. Hass und Fremdenfeindlichkeit toben in den sozialen Medien. Der Ton ist rau geworden, menschenverachtend. Toleranz, Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe, Barmherzigkeit klingen wie Fremdworte. Einfache Lösungen auf komplexe Sachverhalte machen als Parolen die Runde.

Immer wieder ist das Volk Gottes durch solche tiefen Täler der Hartherzigkeit und Orientierungslosigkeit gegangen, ist vermeintlichen Heilsbringern nachgelaufen und hat das Leben verspielt. Bis Gott sich ihrer wieder erbarmt hat und ihnen einen neues, offenes und weites Herz geschenkt hat und die Menschen sich an seine Botschaft von der Liebe erinnert haben.

Zuhören, Sorgen ernstnehmen, verstehen, was Menschen zum Leben brauchen und sich sehnlichst wünschen. Jesus konnte das. Aber er lehrt auch: Angst ist kein guter Ratgeber. Hass keine gute politische Option. Menschenverachtung keine gute Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben. Jesus begegnet allen Menschen in Liebe, in Achtung ihrer Würde. Ohne Unterschied. Er erkennt ihre Not, heilt und richtet die Menschen auf. Er nennt Unrecht beim Namen und stiftet Frieden. Sein Geist belebt und steckt an: “Was ihr einem meiner geringsten Geschwister getan habt, dass habt ihr mir getan.„

Das ist es, worauf Menschen warten, die sich nicht mehr ernstgenommen und abgehängt fühlen. Sie warten, dass Barmherzigkeit einzieht, wo auf Ämtern ein rauer Ton herrscht und Hartz-IV-Empfängern nicht zugestanden wird, was ihnen zum Leben zusteht. Sie hoffen, dass Not zum Ende gebracht wird, wo Familien nicht wissen, wie sie ihre Stromrechnung bezahlen können und Anträge aus dem Teilhabepaket als demütigend und entwürdigend empfunden werden. Kinder nicht zur Schule geschickt werden, weil die Schuhe zu klein und eine Winterjacke nicht vorhanden ist. Auch das ist die Wirklichkeit bei uns in Deutschland. Aber sie wird nicht verändert durch Hass, Missachtung der Menschenwürde und das Nachtreten gegen die, die als Flüchtlinge noch schlechter dran sind. Sie wird nur verändert, indem im neuen Jahr nachhallt die tiefe Berührung durch Gottes Liebe in der Heiligen Nacht. Geschichte machen aus Jesus-Geschichten. Geschichten, die davon erzählen, mit wie viel Liebe, Achtung und Barmherzigkeit er den Menschen jener Zeit begegnet ist.

500 Jahre Reformation feiern die evangelischen Christinnen und Christen im Jahr 2017. Die Erkenntnis der Reformation: Aus der Liebe, die Gott uns Menschen entgegenbringt, erwächst unsere Liebe zu Gott und zu Jedermann und Jederfrau. Aus der Gnade, mit der Gott jeden Menschen befreit, folgt die Sehnsucht nach der Freiheit eines jeden Menschen, egal welcher Abstammung, Herkunft religiöser Prägung oder geschlechtlicher Neigung. Aus Gottes Wort folgt unsere Leidenschaft für Gottes frohmachende, freimachende Botschaft.

In unserer Region von Aachen bis Krefeld feiern wir das Reformationsfest unter dem Leitwort des Propheten Jesaja: "Gottes Wort kehrt nicht wieder leer zu ihm zurück." Jedes Wort der Liebe, jede Geste der Versöhnung, jede Tat der Barmherzigkeit atmet seinen neuen Geist. In diesem Sinne wünsche ich allen ein gutes, ein gesegnetes Jahr 2017.

(RP)
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