Schwerpunkt Zuhören: Guter Sound dank Mathe, Physik und Co.

Schwerpunkt Zuhören : Guter Sound dank Mathe, Physik und Co.

Dominik Peters braucht ein gutes Gehör, um Bands in Szene zu setzen, Säle und Plätze zu beschallen. Das A und O sind Technik, Mathe, Physik.

Noch ist der Saal menschenleer. Damit ist die Gelegenheit gut, Maß zu nehmen, denn es kommt auf jeden Zentimeter an. Das Ergebnis soll schließlich ein Hörerlebnis sein. Und irgendwie hat das Ganze auch noch was mit Mathematik und Physik zu tun, weil jeder Raum das Klangbild aufgrund seiner Geometrie beeinflusst. Bei diesen komplizierten Komponenten behält Dominik Peters allerdings geschickt den Überblick und gerät dabei sogar ins Schmunzeln: "Früher wurden stumpf die Lautsprecher links und rechts auf die Bühne gestellt und fertig."

Dominik Peters ist der Kopf von "Ton in Ton", dem Erkelenzer Fachunternehmen für Veranstaltungstechnik. Er selbst hat sich auf den Bereich Tontechnik/Beschallung spezialisiert und sorgt zum Beispiel beim traditionsreichen Lambertusmarkt dafür, dass die Bands mit perfektem Klang das Publikum erreichen. Unterm Strich: Ein gutes Gehör ist für Peters' Job unerlässlich.

Wo früher eben die Lautsprecher mehr oder weniger planlos auf der Bühne standen, kommt es heute darauf an, das Areal, das in Szene gesetzt werden soll, erstmal auszumessen. Mit den Daten wird ein Computerprogramm "gefüttert", das die Techniker darin unterstützt, den Raum optimal zu nutzen. "Das ist sicherlich viel Planerei, doch letztlich ist das Hören die Kür", erklärt Dominik Peters. Mit "Kür" meint er schließlich das: Die Band "Hätzblatt" feierte mit einem großen Jubiläumskonzert die nun schon 2 x 11 Jahre dauernde Bandgeschichte. Während die Stadthalle also schon mit allem nötigen Equipment ausgestattet ist, geht es an den Soundcheck. Langsam geht Peters dann durch die Halle, und zwar bis in den letzten Winkel, um zu hören, wie der Klang herüberkommt. Da, wo es noch nicht passt, wird nachgearbeitet. "Ein ausgeglichenes Klangbild ist wichtig. Dabei hilft mir das Gehör einerseits, andererseits aber eben auch die Anlage, die gut sein muss." Auf das Hätzblatt-Konzert bezogen sei kurz angemerkt: Dem Publikum bot sich ein hervorragender Sound.

Die Anlage ist das PA-System. "PA" steht für Public Adress, ist also eine Beschallungsanlage, die der Wiedergabe von Musik bzw. Sprache an ein Publikum dient. Bestandteile sind Mikrofone, die Lautsprecher, das Mischpult und so weiter. Jedes Knöpfchen, jeder Regler muss aufeinander abgestimmt sein. Und noch mehr: Die Frage ist, wie sich die Musiker auf der Bühne selbst hören. "Nehmen wir als Beispiel einen Sänger, der live vielfach mit sogenannten In-Ear-Monitoren arbeitet. So hört er sich selbst am besten, doch er entscheidet dazu auch, ob er die ganze Band oder als Beispiel auch mehr vom Keyboard hören möchte. Das Ziel lautet immer, alles homogen hinzubekommen." Während der Konzerte läuft Dominik Peters darum immer wieder durch die Säle oder Plätze, um stets sicherzustellen, dass alles passt. "Ich laufe da wirklich viel. Ich mache damit wohl Kilometer", lacht er. Wie dem auch sei: Auf ein gutes Gehör kommt es an. "Jedes halbe Jahr absolviere ich einen Hörtest. Das ist wichtig. Ebenso entscheidend ist es, dass ich im Auto darauf verzichte, Musik sehr laut zu hören."

Seit 20 Jahren ist Dominik Peters mit "Ton in Ton" unterwegs. "Angefangen hat alles, als ich 13 Jahre alt war und mich die Big Band des Cusanus-Gymnasiums fasziniert hat. Mich hat die Technik damals sehr interessiert", erinnert er sich, als er selbst damals das "Cusanus" als Schüler besucht hat. Später hat er dann sein Hobby zum Beruf gemacht. In einer Garage ging es los, sein damaliges Equipment waren einige Mikrofone und Kabel. Nach und nach hat er investiert und sein Unternehmen weiterentwickelt. Heute hat "Ton in Ton" seinen Sitz im Gipco. Schwerpunktmäßig ist Peters zwar in der Region unterwegs, doch sein Fachwissen führte ihn unter anderem auch schon nach München, Hannover und in die Schweiz.

(RP)
Mehr von RP ONLINE