Erkelenz: Grundschule: Wartezeit auf Hilfe entfällt

Erkelenz: Grundschule: Wartezeit auf Hilfe entfällt

Ein Modellprojekt zur Einteilung von Integrationshelfern für Kinder mit seelischen Beeinträchtigungen soll in Erkelenz ausgeweitet werden. Von den Erfahrungen der Franziskus-Schule sollen künftig auch andere Schulen profitieren.

Die Franziskus-Schule in Erkelenz hat in einem Modellprojekt eine neue, im Kreis Heinsberg noch nicht erprobte Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe getestet - die Ergebnisse fallen so positiv aus, dass der Jugendhilfeausschuss beschlossen hat, das Projekt um weitere drei Jahre zu verlängern, und er die Stadt Erkelenz beauftragt hat, den Einsatz dieses Modells auch für andere Schulen im Stadtgebiet zu prüfen und, wo möglich und sinnvoll, umzusetzen.

Foto: Laaser Jürgen

Kinder mit einer seelischen Behinderung oder die von einer solchen bedroht sind, erhalten für den Schulalltag einen sogenannten Integrationshelfer. Bisher war es Praxis, dass ein solcher einem einzelnen Kind zugeordnet ist. In dem Modellprojekt probierte die Franziskus-Schule in Kooperation mit dem Jugendhilfeträger inab nun aber aus, diese pädagogischen Fachkräfte als Einheit (Pool) zu betrachten, aus dem heraus bei Bedarf Betreuung gewährt werden kann. Das hat durchaus Vorteile, stellten Hedwig Michalski (Schulleiterin) und Sylvia Ebeling (inab) im Jugendhilfeausschuss fest. "Sechs bis acht Monate dauert es in der Regel, bis der Antrag auf eine Integrationshilfe beschieden ist. Durch die Pool-Lösung können die Integrationshelfer hingegen sofort eingesetzt werden", erklärte Michalski. Den Kindern werde somit viel früher geholfen. Auch werde vermieden, dass in einem Klassenraum zu viele Erwachsene sitzen, da die bisherige Praxis eine 1:1-Betreuung vorsieht. Bei einer Lerngruppe mit mehreren Kindern, die eine Betreuung benötigen, "waren früher entsprechend auch mehrere Erwachsene in der Klasse". Dies sei für die Abläufe im Unterricht nicht unbedingt förderlich, hielt Michalski fest: "In unserem Modellprojekt ist ein Integrationshelfer in der Klasse möglicherweise auch für mehrere Schüler zuständig. Das reduziert bei ihm zum einen ,Leerlauf', und zum anderen beugt das nebenbei der Stigmatisierung von einzelnen Kindern vor."

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Stolpersteine gebe es in dem Modellprojekt aber auch, sagte Hedwig Michalski. So habe man festgestellt, dass einige autistische Kinder weiterhin eine 1:1-Betreuung benötigen. Ferner sei es während einer Grippewelle zu Engpässen in der Betreuung gekommen: "Hier versuchen wir derzeit, einen Vertretungspool aufzubauen." Positiv bewertete Sylvia Ebeling, dass sich die über den Jugendhilfeträger inab angestellten Integrationshelfer besser in den Schulalltag und in das Team integriert fühlten. Zudem sei es für sie durch diese Form der Kooperation möglich, sowohl in der Integrationshilfe als auch im Offenen Ganztag als Betreuer zu arbeiten, der in Erkelenz von inab organisiert wird: "So kann sich für sie daraus eine Vollzeitstelle ergeben."

(spe)