Besuch im Rheinischen Revier Grünen-Landeschefin fordert Schlichter fürs Tagebau-Revier

Erkelenz · Mona Neubaur besuchte am Mittwoch die Erkelenzer Umsiedlungsorte und forderte einen Schlichter im Rheinischen Braunkohlenrevier.

 Tim Achtermeyer und Mona Neubaur, die Landesvorsitzende der Grünen, besuchen den Umsiedlungsort Kuckum mit Hans Josef Dederichs.

Tim Achtermeyer und Mona Neubaur, die Landesvorsitzende der Grünen, besuchen den Umsiedlungsort Kuckum mit Hans Josef Dederichs.

Foto: Speen

In der Diskussion um den Ausstieg aus dem Braunkohlenabbau im Rheinischen Revier fordern die nordrhein-westfälischen Grünen die Landesregierung dazu auf, einen Schlichter einzusetzen, der alle Beteiligten an einen Tisch holt. Dies erklärte am Mittwoch Grünen-Landesvorsitzende Mona Neubaur bei einem Besuch in Erkelenz. Es bestünden Unsicherheiten bei den betroffenen Menschen, es gebe Streit wie um den Hambacher Forst, und durch die Berliner Kohlekommission ergebe sich für die Zukunft ein sich veränderndes Bild: „Ministerpräsident Armin Laschet muss deshalb einen unabhängigen Schlichter einsetzen. Es gewinnt keiner, wenn sich die Fronten verhärten.“

Die Grünen-Landesvorsitzende war nach Erkelenz gekommen, um sich vom Ratsmitglied Hans Josef Dederichs die aktuelle Situation in der Umsiedlung von Keyenberg, Kuckum, Berverath, Ober- und Unterwestrich erklären zu lassen. Dass das Treffen ebenfalls dazu diene, eine gemeinsame Veranstaltung für das nächste Frühjahr vorzubereiten, ließ Dederichs außerdem durchblicken. Angesprochen wurde, dass die Pferdehaltung am neuen Ort zum Problem werde, weil Wiesen fehlten, dass der Bebauungsplan die Gewerbeumsiedlung behindere, dass es Betroffene gebe, die weiterhin ihre Umsiedlung ablehnten und auf eine Verkleinerung des Tagebaus hofften, und dass es bei den Umsiedlern die Sorge gebe, dass die Entschädigung in Zukunft niedriger als bisher ausfallen könnte. „Das ist nicht die transparente Umsiedlung, die man uns versprochen hatte“, sagte Dederichs und erhielt Naubaurs Unterstützung. Sie erklärte, dass die Politik maximale Transparenz herstelle müsse: „Der gesellschaftliche Zusammenhalt hängt auch davon ab, dass nichts versprochen wird, was nicht gehalten wird.“ Um von solchen Problemen zu erfahren und sie zu lösen, reiche es nicht, Entscheidungen von Düsseldorf aus zu treffen, erklärte Grünen-Mitglied Tim Achtermeyer und spielte auf den angekündigten Besuch von Ministerpräsident Armin Laschet am Samstag in Keyenberg und Kuckum an, den Hans Josef Dederichs durch seine Einladung initiiert hatte.

Der erklärte dazu: „Ich hoffe, dass von diesem Besuch etwas ausgeht, das zum Wohle der Umsiedler ist.“ Und Mona Neubaur ergänzte: „Es darf nicht bei einem Schaulaufen bleiben. Das erwarten die Menschen vor Ort.“