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Erkelenz: Glücklich sein mit Omas Apfelkuchen

Erkelenz : Glücklich sein mit Omas Apfelkuchen

Michael Mommartz begeistert mit seinem ungewöhnlichen Glücksvortrag in Erkelenz.

Nach seinem Martin-Luther-Kabarett, das er vor knapp zwei Jahren im evangelischen Gemeindezentrum an der Mühlenstraße präsentierte, wollte er "wieder was machen". Als Ehefrau Barbara ihm die Frage stellte, ob er glücklich sei, entstand die Idee zu Michael Mommartz' ungewöhnlichem Glücksvortrag. Der Religionslehrer aus Rath-Anhoven, der in den Einrichtungen der Stiftung Hephata in Mönchengladbach unterrichtet, feierte im Saal der kirchlichen Einrichtung eine gelungene Premiere.

Dazu trug auch Barbara Mommartz bei - sie verteilte Glückskekse an die Besucher. Fast ein Jahr hat der Referent an seinem Vortrag "gebastelt", dabei allerhand Synonyme zusammengetragen für das Glücklichsein, das seiner Meinung nach zu tun hat mit dem Gefühl, mit sich selbst in Harmonie und Balance zu sein, jemanden zu lieben, stolz zu sein, jemandem eine Freude zu machen, es sich gut gehen zu lassen und zu genießen. Auf grünen Glücksblättern aus Papier in Kleeblattform hatte Mommartz Anekdoten oder Witze notiert, die er vortrug. Glücklich zu sein, bedeute für jeden etwas anderes, betonte er. Sein ganz persönliches Glück hat er gefunden, seit er nach seinem schweren Arbeitsunfall vor einem Jahr jetzt seit fünf Wochen endlich wieder auf der Seite schlafen darf, wie er schmunzelnd verriet.

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"Glücklich ist, wer den Krebs nur von der Nordsee kennt", sagte Mommartz, der seine Zuhörer ermunterte, sich eine eigene Welt à la Pippi Langstrumpf zu erschaffen, die einem selbst gefalle und in der man von schönen Dingen umgeben sei, die einem selbst gut gefielen. Bei seinem Vortrag machte der Sonderschul-Pädagoge bekannt mit zahlreichen Glücksbringern wie dem vierblättrigen Kleeblatt, das zufällig gefunden werden solle, dem Glückspfennig oder Glückscent, dessen Kupfer vor bösem Zauber schützen und Symbol für Reichtum sei. Der Marienkäfer als himmlischer Bote erinnere an Maria, das Hufeisen habe früher die Aufgabe gehabt, Wertvolles zu schützen, zum Beispiel ein Pferd. Schon die germanischen Völker hätten das Glücksschwein gekannt; bei Wettbewerben habe der Letzte ein Schwein bekommen, woraus sich die Redensart "Schwein gehabt" ableiten lasse. Den goldenen Knopf des Schornsteinfegers zu berühren, bringe ebenfalls Glück. Internationale Glücksbringer seien der Schmetterling, der in den USA eingefangen und in die Freiheit entlassen werde, nachdem man ihm einen geheimen Wunsch zugeflüstert habe, sowie die Hand der Fatima, die in Nordafrika sowie dem Nahen Osten vor dem "bösen Blick" schützen solle. Im asiatischen Raum sei die Winke-Katze "Maneki Neko" verbreitet, während der Skarabäus, ein Stein in Käferform, das Glück symbolisiert habe. Michael Mommartz erklärte, dass repräsentativen Umfragen zufolge die glücklichsten Menschen in Schleswig-Holstein zu Hause seien, die unglücklichsten in Mecklenburg-Vorpommern.

Glück sei ein absolut subjektives Empfinden. Für den einen bedeute es einen millionenschweren Lottogewinn, für den anderen eine gute Partnerbeziehung oder den Duft von Omas Apfelkuchen. Wiederholt wird der Vortrag im September im evangelischen Gemeindezentrum Wegberg. Der Termin wird noch bekannt gegeben.

(cb)