Erkelenz: Glitzerndes aus uralten Zeiten

Erkelenz: Glitzerndes aus uralten Zeiten

Auch die 37. Auflage der Erkelenzer Mineralien- und Fossilienbörse bewies wieder, dass die Natur die größte Vielfalt an Material, Formen und Farben bereithält. Zu der Verkaufsschau reisten Besucher von weither an.

Schon die zahlreichen Autos mit auswärtigen Kennzeichen, viele davon Niederländer, kündeten vom Erfolg der 37. Erkelenzer Mineralienbörse in der Stadthalle. Die Verkaufsschau zeigte wieder einmal, dass die Natur die größte Vielfalt an Material, Formen und Farben bereithält.

Fossilien fanden ebenfalls Aufmerksamkeit. Im Licht der neuen Stadthalle glitzerten zur Zufriedenheit des veranstaltenden Arbeitskreises Mineralien und Fossilien im Heimatverein der Erkelenzer Lande Tausende von Mineralien und Steinen mit kristallinen Strukturen als Micromounts (kleine Berge).

Arbeitskreisleiter Manfred Hermes und Ausstellungsleiter Thomas Noll zeigten sich denn auch zufrieden mit der Resonanz von Ausstellern und Publikum, wenn auch angesichts der Weltwirtschaftskrise auch bei den Freunden der Mineralien und Fossilien das Portemonnaie etwas fester in der Tasche sitzt.

Traditionsveranstaltung

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Entsprechend der Ausrichtung des Arbeitskreises und der Börse nimmt in dieser Traditionsveranstaltung die Abteilung "Fossilien" einen größeren Raum als bei vergleichbaren Veranstaltungen ein. Der große Saal wie auch das Foyer der neu gestalteten Stadthalle waren eng bestückt mit Ständen, die von Rohdiamanten bis zu zu Schmuck verarbeiteten Edelsteinen Angebote für alle Geschmäcker und Interessen bereithielten.

Hals und Arm wurden ebenso bedient wie das Wohnzimmer-Vertiko, wo riesige Sandrosen aus der Sahara oder Bergkristalle in Obeliskenform aus durchsichtigem Material Platz finden können, die Ton Rovers aus Eindhoven bereithielt. Letztere werden nach seinen Erkenntnissen sehr gern von esoterisch orientierten Menschen erworben — wegen "der Übertragung der kristallinen Klarheit auf den Käufer", wie diese glauben.

Eher Handarbeit waren bunte Topfblumen, die ein Leverkusener Amateurhändler bereithielt — alles geschnitzt aus Japan-Jade von Rot über Blau zu Grün. Dass es unterschiedliche (Herkunfts-)Arten von Bernstein gibt, demonstrierte Willi Wilms aus Baesweiler. Für den Laien kaum unterscheidbar, differieren Bernsteine von der Ostsee und aus Venezuela vor allem im Preis. Der aus Südamerika kostet nur rund ein Zehntel von dem aus dem Baltikum und Ostsee-Umgebung.

Wilms hielt eine erhebliche Menge so genannter Inclusen bereit. Das sind Bernsteinbrocken, in denen Insekten eingeschlossen sind, die vor zehn Millionen Jahren dem flüssigen Harz buchstäblich auf den Leim gegangen sind, weil sie es für Honig oder Nektar hielten, es auf ihrem Weg lag oder weil es auf sie tropfte — und sie damit vollständig konservierte.

(RP)