Erkelenz: Gläsmann ist neue Vorsitzende der SPD

Erkelenz: Gläsmann ist neue Vorsitzende der SPD

Die 39-jährige Erkelenzer Ratsfrau will mit den Sozialdemokraten neue Ideen erarbeiten. Themen sind Familie, Soziales und Digitales.

Die Erkelenzer Sozialdemokraten suchen mit Katharina Gläsmann den politischen Neuanfang. Den Weg dazu hatte Dieter Spalink im November freigemacht, als er nach dem deutschlandweit schlechten Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl erklärt hatte, nicht erneut für den Vorsitz im SPD-Ortsverein Erkelenz kandidieren zu werden. Dass er für junge Ideen das Feld räumen will, bekräftigte Spalink am Dienstagabend auf der Jahresversammlung der Erkelenzer SPD noch einmal die Begründung seines Rückzuges - zu seiner Nachfolgerin wurde die 39-jährige Katharina Gläsmann gewählt.

2009 hatte Spalink den Vorsitz in der Erkelenzer SPD übernommen. Kurz zuvor hatten die Sozialdemokraten bei der Stadtratswahl gerade einmal 15,2 Prozent geholt, was herbe Verluste gegenüber den Kommunalwahlen 2004 (19,6 Prozent) und 1999 (25,6 Prozent) waren. Bei der Stadtratswahl 2014 konnten unter Spalinks Führung dann wieder 19,4 Prozent und ein zusätzlicher Sitz im Rat geholt werden.

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"Wir haben innovative Wahlkampfkonzepte umgesetzt und sind wieder zweitstärkste Kraft in Erkelenz, worauf wir stolz sein können", bilanzierte Spalink die vergangenen neun Jahre. Er sehe heute eine "stabile, aktive und engagierte Partei", der "ein Generationswechsel guttun wird, um mit neuen Ideen weiterzukommen". Dass Dieter Spalink den Ortsverein "in schwierigen Zeiten übernommen und durch schwierige Gewässer geführt" hat, rief Versammlungsleiter Ralf Derichs in Erinnerung und verknüpfte damit seinen Dank an den scheidenden Vorsitzenden für die geleistete Arbeit. Spalink habe dafür gesorgt, dass der Ortsverein nicht nur in Erkelenz als "sehr lebendig und engagiert wahrgenommen wird, sondern darüber hinaus auch auf Kreisebene", schloss sich Kreisvorsitzender Norbert Spinrath an. Die Erkelenzer Sozialdemokraten seien im gemeinsamen Ringen um politische Positionen "kritisch, dabei aber immer konstruktiv", lobte Spinrath weiter und fasst zusammen: "Ihr seid gut aufgestellt."

Dass die Partei eine Neuausrichtung benötigt, machte Spinrath - wie zu anderen Gelegenheiten auch bereits geäußert - in Erkelenz noch einmal deutlich. Die Landtags- und Bundestagswahl im vergangenen Jahr müssen seiner Ansicht nach weiter aufgearbeitet werden. "Wir müssen alle Parteiebenen einbeziehen und müssen dafür Sorge tragen, dass wir jetzt nicht stehen bleiben", mahnte Spinrath, der bis 2017 im Bundestag gesessen hatte, Veränderungswillen an. Erkelenz sei "ein Beispiel dafür, wie wir uns jetzt insgesamt orientieren müssen". Organisieren soll die Neuausrichtung in Erkelenz Katharina Gläsmann, die für die SPD wie ihr Vorgänger im Stadtrat sitzt. Gewählt wurde sie bei 25 Ja- und einer Nein-Stimme sowie vier Enthaltungen. Vorgeschlagen hatte die 39-Jährige der Vorstand des Ortsvereins. "Ich möchte Erkelenz ein sozialeres und familienfreundlicheres Gesicht geben", gab Gläsmann als ein Thema ihrer Amtszeit aus. Die Stadt müsse so gestaltet werden, dass alle Generationen gerne in ihr lebten. Als zweites Thema benannte Gläsmann die digitale Entwicklung der Stadt. Hierbei sehe sie Nachholbedarf. "Ich gestalte gerne, vor allem für Erkelenz, und ich finde es fantastisch, etwas für die Stadt bewegen zu können", erklärte Katharina Gläsmann und rief zum Mitgestalten auf. Ihr zur Seite steht ein Vorstand, dem acht Beisitzer sowie weiterhin Ferdinand Kehren als Stellvertreter, Monika Rogowsky als Kassiererin, Michael Tüffers als Schriftführer und Dieter Spalink als neuer Pressesprecher angehören.

(spe)