Erkelenz: Gibt es in Erkelenz ein Tauben-Problem?

Erkelenz : Gibt es in Erkelenz ein Tauben-Problem?

Die Verwaltungsspitze berät nach einem Bürger-Brief über die Tauben-Population in Erkelenz, vor allem in der Innenstadt. Sie kündigt erste Maßnahmen an und ermittelt, ob es tatsächlich ein Stadttauben-Problem gibt.

Tauben gehören zu Innenstädten dazu. Zu viele Tauben jedoch können zur Belästigung werden. Das frühere Stadtratsmitglied Wilfried Mercks hat deshalb einen offenen Brief an Bürgermeister Peter Jansen sowie die Fraktionen im Stadtrat gerichtet mit der Bitte, Erkelenz solle ein Konzept erstellen, wie die Tauben-Population verringert werden kann: "Es geht bei dem Vorschlag nicht um eine ,Vernichtung'."

Foto: Laskowski

"Stadttauben richten durch ihre Ausscheidungen große Schäden an und gefährden die Gesundheit geschwächter Menschen. Massiv auftretend, verursachen sie penetranten Lärm", schrieb Mercks in seinem Brief, den er nach Gesprächen mit anderen Erkelenzern und einem Besuch in Tübingen verfasste. Und von dort stammen auch seine Vorschläge, um die Anzahl der Tauben zu verringern. Dazu könnte gehören, die Aufenthaltsorte der Tiere zu steuern, ihnen zum Beispiel geeignete Brutplätze anzubieten. Dort wiederum könnten "Taubeneier durch Gipseier ersetzt werden". Den Tauben würde "somit das Brüten ,vorgegaukelt'".

Andere Brutplätze sollten unbrauchbar gemacht werden. Und ein allgemeines Fütterungsverbot sollte erlassen und Bußgelder könnten verhängt werden. "Ich rege daher an, dass die Stadt ein Stadttaubenkonzept entwickelt", erklärte Wilfried Mercks. Inzwischen wird im Rathaus bereits aufgearbeitet, wo es in Erkelenz besonders viele Tauben gibt. Das bestätigte Dr. Hans-Heiner Gotzen, der Erste Beigeordnete der Stadt. Diese Erkenntnisse wolle die Verwaltung den Ratsfraktionen an die Hand geben, damit sie für sich überprüfen können, ob sie das durch den offenen Brief angestoßene Thema politisch aufgreifen wollen. "Noch ist nicht klar, ob wir in Erkelenz Tauben haben oder ob wir in Erkelenz ein Tauben-Problem haben", erklärte Gotzen gegenüber der RP. Dass Tauben jedoch zum Problem werden könnten, sehe die Stadt an ihren eigenen Gebäuden, wie der Stadtbücherei an der Gasthausstraße: "Auf den Fenstern ist das nicht zu übersehen."

Auch bei der Sanierung des Alten Rathauses sind die Tauben ein Thema. Derzeit berät das Technische Dezernat, wie verhindert werden kann, dass die Tiere auf den Fenstersimsen und den Regenrinnen sitzen und das frisch in Weiß gestrichene alte Gemäuer schnell wieder verdrecken. Als optisch nicht schön werden die bisher angebrachten Stahlstifte angesehen.

Einen früheren Weg, die Tauben-Population einzudämmen, wird die Stadtverwaltung in Kürze mit der Unteren Jagdbehörde beraten. Vor der Sanierung des Lambertiturms hatte dort ein Falkenpaar gelebt und den Tauben-Bestand eingedämmt. Nach der Einrüstung des Turms lebt es nicht mehr dort. "Es könnte eine erste Maßnahme sein, die wir ergreifen können", sagte Gotzen. Zuvor aber wolle die Verwaltung mit der Unteren Jagdbehörde und einem Falkner klären, ob diese noch zeitgemäß sei. "Eine Zeit lang hatte sie gut funktioniert."

Alle weiteren Maßnahmen müssten vermutlich mit den Bürgern gemeinsam umgesetzt werden, betonte Gotzen. Sie seien aufwändig und würden dadurch Kosten verursachen: "Wir haben uns nach dem Bürger-Brief bei anderen Kommunen umgeschaut: Was darin vorgeschlagen wird, wird andernorts von privaten Initiativen geleistet." Informationen darüber wolle die Stadt ebenfalls für die Parteien zusammenstellen, damit sie beraten können, ob sie das Thema aufgreifen.

(RP)
Mehr von RP ONLINE