Gewerbekonzept in Erkelenz Bürger sollen ihre Meinung einbringen

Erkelenz · Mitdreden können die Erkelenzer jetzt in der Debatte um weitere Gewerbeflächen. Die Diskussion um dieses Thema schlug bislang hohe Wellen.

 An dieser Stelle könnte in Erkelenz ein Gewerbegebiet entstehen.

An dieser Stelle könnte in Erkelenz ein Gewerbegebiet entstehen.

Foto: dpa-Infografik

Kostenpflichtiger Inhalt Bekommt Erkelenz bald ein weiteres Gewerbegebiet? Werden bestehende Gebiete erweitert und ausgebaut? Über die Verabschiedung eines neuen Gewerbeflächenplans war in der Erkelenzer Bevölkerung und Politik im Februar eine hitzige Debatte entbrannt. Jetzt hat die Stadt ihre Bürger aufgefordert, in einem Beteiligungsprozess ihre Meinung einzubringen und an der Stadtplanung mitzuwirken.

Hintergrund: Der Regionalrat der zuständigen Bezirksregierung Köln plant die Zuweisung von neuen Gewerbe-, Wohn- und Naturflächen viele Jahre fest im Voraus. Jede Kommune muss dafür den möglichen Bedarf in den kommenden Jahrzehnten planen. Die Verwaltung macht keinen Hehl daraus, dass die Erkelenzer Wirtschaft weiter wachsen soll und es hohen Bedarf gibt. Bis zu 29 Hektar an weiterer Fläche wären für Erkelenz maximal möglich. Für zusätzliche Gewerbeflächen kommt in der Planung der Stadt neben einer Erweiterung des Gewerbegebiets Ost und des Gewerbeparks Gipco auch eine völlig neue Fläche infrage: Der Bereich im Nordosten zwischen A46, Terheeg und Mennekrather Baumschulpark.

Auch wenn Bürgermeister Stephan Muckel prompt auf die Bremse trat und erklärte, dass eine Bebauung dort alles andere als bereits in Planung sei und es nur darum gehe, sich für die kommenden 30 Jahre alle Möglichkeiten offenhalten zu wollen, schlugen die Grünen und auch viele Anwohner Alarm. Ihrer Meinung nach dürfe in der durch den Tagebau ohnehin gebeutelten Stadt nicht noch mehr Landfläche zu Gunsten von Bebauung verloren gehen. In einer gemeinsamen Erklärung hatten daraufhin auch CDU, SPD, FDP und Freie Wähler auf die Bremse getreten: Mit der Verabschiedung eines solchen Plans sei noch „nichts entschieden“, es gehe lediglich um „Leitlinien“.

Die Dynamik des Themas hatte die Verwaltung offenbar unterschätzt, zunächst hatte es im nicht-öffentlichen Teil einer Ratssitzung durchgewunken werden sollen. Auf Antrag der Grünen sollte es Ende Februar schließlich öffentlich diskutiert werden, flog dann aber von der Tagesordnung. Erst soll nun der Beteiligungsprozess Bürger aufklären und deren Meinung gehört werden.

Ihre Anregungen, Wünsche und Ideen können die Menschen nun im Internet unter www.o-sp/erkelenz/beteiligung einbringen. Das Portal ist bis zum Mittwoch, 26. Mai, geöffnet. Alternativ geht dies auch telefonisch oder persönlich nach vorheriger Terminabsprache im Rathaus beim Amt für Strukturwandel und Wirtschaftsförderung.

Ansprechpartnerinnen sind Sandra Schürger, Telefon 02431 85250, oder Anja Wingen, Telefon 02431 85155.

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