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Europafest in Erkelenz: Gemeinsames Projekt als Wunsch

Europafest in Erkelenz : Gemeinsames Projekt als Wunsch

Die Europatage in Erkelenz haben der Partnerschaft einen neuen Impuls verliehen. Das gegenseitige Verstehen stand im Mittelpunkt des Treffens. Im Mittelpunkt stand der große Festabend in der Stadthalle.

Den Wunsch, der den europäischen Gedanken am deutlichsten werden lässt, äußerte der Erkelenzer Ehrenbürger Yannick Duval beim Festabend des Europafestes, das der Verein Erkelenz international auf Bitten des Partnerschaftskomitees ausrichtete. „Die Tage in Erkelenz sollen unseren Partnerschaften neuen Impuls verleihen, indem wir mehr mobilisieren und – warum nicht? – alle hier versammelten Städte sich ein gemeinsames Projekt ausdenken, daran arbeiten und es aufbauen“, sagte der Vorsitzender des Partnerschaftskomitees von St. James. Das letzte Oktober-Wochenende, in dem seit Jahren der französische Markt in Erkelenz stattfindet, war für den Verein Erkelenz international der richtige Zeitpunkt für sein Europafest. Helmut Dahlen, der für den Gewerbering den Markt organisiert, begrüßte die Idee, das Genuss-Wochenende mit dem Europafest zu kombinieren.

Aus Anlass dreier Jubiläen richtete der Verein das Europafest aus: Seit 45 Jahren besteht die Städtepartnerschaft zwischen St. James in der Normandie und Erkelenz, seit 25 Jahren verbindet Erkelenz eine Freundschaft mit Bad Windsheim, seit fünf Jahren sind die freundschaftlichen Verbindungen mit Thum im Erzgebirge offiziell. Vertreter dieser Kommunen und Vertreter der Kommunen, die Partnerschaften mit diesen drei Kommunen unterhalten, waren zum europäischen Fest mit Freunden nach Erkelenz eingeladen. Für den Verein dankte Maria Sprenger allen, die am Zustandekommen des Festes mitgewirkt hatten, allen, die sich seit Jahrzehnten um die Kontaktpflege zwischen den Städten bemühen, und allen, die sich an „Unbekanntes herangetraut haben“.

Bürgermeister Peter Jansen, der nach Sprengers Worten von Anfang an die Idee des Europafestes unterstützt hat, wies darauf hin, dass dieses Fest ein weiteres Zeichen in einem friedlichen und geeinten Europa sein soll: „Wir wollen Frieden, wir wollen uns einbringen, wir wollen das Miteinander der Menschen. Die Menschen und der Wunsch nach Frieden, das gegenseitige Verstehen sollen im Mittelpunkt stehen.“ Der Mut der Menschen, nach dem Zweiten Weltkrieg den Gedanken von einem friedlichen Europa des Miteinanders zu gestalten, habe „uns fast 75 Jahre Frieden beschert“ und unter anderem zum Fall der Mauer zwischen den beiden deutschen Staaten und des Eisernen Vorhangs zwischen Ost und West geführt. Insofern freute er sich insbesondere, Gäste aus den miteinander verbrüderten Städten Zatec aus Tschechien und Thum im Erzgebirge begrüßen zu können. Das vereinte Europa habe Trennungen überwunden.

Yannick Duval dankte Jansen, der die Fülle der Jubiläen zwischen den einzelnen Städten als Gelegenheit ergriffen habe, „um uns alle hier zusammenzubringen“. In einer zunehmend gleichförmigen Welt stellen „unsere Verschiedenheiten eine Bereicherung dar. Dank der Städtepartnerschaften können wir unsere Bräuche besser verstehen und die Traditionen, die wir zu schützen lernen müssen“. Die Partnerschaften sollten zu Offenheit und zu Völkerverständigung führen, meinte Duval, der an die Anfänge der Jumelage zwischen St. James und Erkelenz erinnerte und auf den ehemaligen Jugendchor St. Lambertus Erkelenz verwies, der als erste Gruppierungen nach Frankreich gekommen war. Der Chor lieferte beim Festabend passend zum Anlass mit drei Werken den musikalischen Auftakt. Musikalisch beendet wurde der offizielle Teil mit der Aufführung der European Suite, komponiert von Hubert Minkenberg, bei dem ein Klangkörper aus dem Universitätsorchester der TU Dortmund, der Chor und die Big-Band des Cusanus-Gymnasiums sowie die Chöre Westvovals und Jazzappeal die Bühne restlos füllten.

Zuvor hatten unter der Moderation von Dominik Mercks die sechs Bürgermeister der Städte ihre gegenseitigen Vorzüge angepriesen und sich gegenseitig mit Geschenken aus der jeweiligen Heimat bedacht. Da kamen Calvados und Mont St. Michel ebenso zur Sprache wie der Lambertusmarkt oder der Weihnachtsmarkt in Thum, das Weltkulturerbe in Zatec oder die Altstadt von Bad Windsheim.