Erkelenz: Gegrillt wird auch zum Winteranfang

Erkelenz : Gegrillt wird auch zum Winteranfang

Sascha Roterberg aus Gerderath ist passionierter Griller. Er gibt Grillkurse, kreiert Gewürze und schreibt im Internet einen eigenen Grill-Blog.

Der Durchschnittsgrillfreund hat seinen Grill längst gut gereinigt und verpackt. Schließlich ist jetzt offizieller Winteranfang, und damit ist es viel zu kalt für Grillabende im Garten. Und dann gibt es da Sascha Roterberg. Mit seiner Familie bewohnt er ein klassisches Einfamilienhaus mit Garten, in dem Spielgeräte für die zwei Söhne aufgestellt sind. Aber auch ihr Papa hat Platz für seine zwölf "Spielgeräte" geschaffen, die er selbst Sportgeräte nennt - vom herkömmlichen Kugelgrill über den Keramikgrill und Pelletssmoker bis hin zum Holzbackofen und Gasgrill hat Sascha Roterberg nahezu alles zusammengetragen, was das (Grill-)Herz begehrt. Gegrillt wird heutzutage nämlich längst nicht mehr nur im Sommer, sagt und beweist er, auch im Winter will der Grill herausgeholt werden. Tendenz: steigend.

"Ich habe schon immer ganz gerne gekocht. 2011 habe ich mir dann einen Kugelgrill zugelegt und darauf so ziemlich alles verbrennen lassen, was da draufkam." Roterberg hat sich daraufhin immer mehr mit dem Thema beschäftigt. Heute betreibt er den Internet-Blog redmountain-bbq.de. Heute ist er sogar vereidigter Juror. Heute veranstaltet er eigene Grillkurse, die stark nachgefragt sind und nicht mehr nur Männer, sondern auch viele Frauen ansprechen.

Sascha Roterberg grillt nicht einfach nur Würstchen und Steaks. Es kommt für ihn auch nicht in Frage, irgendein Fleisch auf den Grill zu legen. "Beim Fleisch lege ich höchsten Wert auf Nachhaltigkeit. Fleisch aus dem Discounter kaufe ich nicht, sondern ich möchte konkret wissen, woher es kommt." Im Klartext: Sasha Roterberg geht es darum, Lebensmittel zu schätzen, und er entscheidet sich daher bewusst, genau und mit Bedacht auszusuchen, was er zubereitet. Daraus entwickelt er immer wieder eigene Rezepte, nachdem er selbst viel ausprobiert hat.

Eines dieser Gerichte ist etwa eine Pastrami-Pfanne, die er zubereitet. Fleisch und verschiedene Käsesorten sowie Schmand zählen zu den schmackhaften Zutaten. "Das ist eine Art Dip", sagt er, als er den Grilldeckel vorsichtig lüftet. Begleitend zur Pfanne hat er Baguette-Brot vorbereitet, das einfach in die herrlich duftende Pfanne gedipt wird. "Es muss ja nicht immer die Wurst sein - man muss eben experimentieren", lautet das Credo von Sascha Roterberg, der im "normalen" Leben eigentlich überhaupt nichts mit Kochen, Grillen und Co. zu tun hat. Roterberg leitet als Konstrukteur die Entwicklungsabteilung eines mittelständischen Unternehmens.

Ansonsten ist Sascha Roterberg als Juror bei Meisterschaften sehr viel unterwegs, hat so auch über die Jahre hinweg Kontakte geknüpft und ein Netzwerk aufgebaut, so dass er überzeugt sagen kann: "Die Community ist mittlerweile sehr groß. Man kann sogar vielleicht von Lifestyle im Zusammenhang mit Grillen sprechen." Und die Gemeinschaft wird anscheinend auch immer größer. Kein Wunder also, dass seine eigenen Kurse schon bis zum Sommer 2017 restlos ausgebucht sind.

Auch im Winter empfiehlt Roterberg, draußen zu essen: "Das kann schon sehr nett sein, wenn es eine Tasse Glühwein dazu gibt." Übrigens hat er sogar ein eigenes Grillgewürz kreiert, das im nächsten Jahr auf den Markt kommen soll. Eines steht für ihn jedoch fest: Das Grillen und sein Blog und seine Jurortätigkeit sollen sein großes Hobby bleiben. "Beruflich möchte ich da nicht eingreifen. Aber Träume gibt es natürlich. Wenn die Kinder mal größer sind, vielleicht bietet sich dann eine USA-Reise an."

(RP)
Mehr von RP ONLINE