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Erkelenz: Gedenktafel für die Gefallenen saniert

Erkelenz : Gedenktafel für die Gefallenen saniert

Die 1958 an St. Lambertus angebrachte Gedenktafel für die Gefallenen des Grenzlandes glänzt wieder und kam gestern an ihren Platz zurück.

Am 23. Februar 1945, wenige Tage vor dem Einmarsch der alliierten Truppen in die Stadt, fiel die Hauptkirche der Katholiken dem vierten und schwersten Luftangriff auf die Stadt zum Opfer. Einzig der Turm von St. Lambertus hielt stand, wenn auch dem Einsturz nahe. 1951 wurde deshalb der beständige Lambertiturm auf Initiative des Heimatvereins zum Denkmal für die Gefallenen des Grenzlandes erklärt. Einige Jahre später, 1958, wurde an ihm zum 500-Jährigen des Turmes eine Gedenktafel für die im Krieg Getöteten angebracht. Gestern kehrte sie restauriert an ihren Platz zurück.

"In Erkelenz existiert ein ganz besonderer Bürgersinn. Immer gibt es Menschen, die sich für das einsetzen, was schon ihren Vorfahren wichtig war", erklärte Pastor Werner Rombach, der dankbar die Rückkehr des Reliefs verfolgte. Zeit und Rost hatten an dem Kunstwerk genagt. Eine Instandsetzung war notwendig geworden. Und die hat wiederum der Heimatverein der Erkelenzer Lande übernommen. Rund 2500 Euro kostete die Restaurierung. Für die Summe waren zwei Vereinsmitglieder aufgekommen, "die nicht genannt werden wollen", erklärte Günther Merkens und der Vorsitzende des Heimatvereins ergänzte: "Wir sind begeistert, wie der Bürgersinn in Erkelenz weiterhin funktioniert."

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3,30 mal 1,50 Meter misst die in Kupfer getriebene Gedenktafel, deren Inschrift lautet: "Gott ließ den Turm nicht untergehen. 1945 von Bomben zerschlagen. 1953 unter Mithilfe der Bewohner des Kreises Erkelenz wieder hergerichtet. Denkmal für die Gefallenen des Grenzlandes. In memoriam 1458-1958." Das Relief zeigt den Erzengel Michael im Kampf mit dem Drachen und unten links den im Zweiten Weltkrieg geschundenen Lambertiturm. "Der Erzengel bekämpft den Ungeist der Vernichtung", erklärte Günther Merkens. "Die Tafel soll an den Unsinn des Krieges erinnern, an den Unsinn aller Kriege."

Geschaffen wurde das Relief von Professor Josef Jaekel aus Köln. Von dem bekannten Metallbildhauer und Hochschullehrer sind Werke in ganz Deutschland zu finden, so unter anderem im Skulpturenpark von Schloss Moyland bei Kleve. Bildhauer Michael Franke und Dachdeckermeister Bernd Schmidt kümmerten sich jetzt vor Ort um die Sanierung des Werks, die in einer Fachwerkstatt in Kevelaer ausgeführt wurde.

Turmhelm, Marienleuchter, Orgel - in St. Lambertus wurde in den vorigen Jahren viel erneuert und ausgetauscht. Deshalb hat der Heimatverein auch den zuletzt vergriffenen "Kleinen Kirchenführer" überarbeitet und neu gedruckt. Seit gestern gibt es 2000 neue Exemplare.

(RP)