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Garzweiler II: Straße nach Wanlo monatelang gesperrt

Streckenführung am Tagebaurand : Straße nach Wanlo monatelang gesperrt

Anwohner am Tagebaurand müssen lange Umwege fahren, um die Autobahn 44 zu erreichen. Noch ist der Plan für die Streckenführung der neuen L354n nicht klar.

Wer in den kommenden Wochen vom Erkelenzer Tagebaurand in Richtung Wanlo oder auf die Autobahn 61 fahren will, kann dies nicht mehr ohne Weiteres tun. Der Anbindungspunkt an die L277/K19 wird ab dem kommenden Donnerstag, 13. Januar, bis voraussichtlich zum 10. März für knapp zwei Monate gesperrt. Das teilt die Stadt Erkelenz mit.

Hintergrund ist der Bau der neuen Landstraße 354n, die als Grubenrandstraße von Wanlo bis nach Holzweiler führen soll. Wie die Stadt Erkelenz mitteilt, sind die Autobahn und Wanlo von Keyenberg aus für den gesamten Zeitraum nicht erreichbar. Zusätzlich wird die Autobahn auch von Wanlo aus nicht erreichbar sein.

Wie Tagebaubetreiber RWE mitteilt, sei die Vollsperrung unvermeidbar. „Baufirma und Ordnungsbehörden haben geprüft, ob der Verkehr mit einer halbseitigen Sperrung aufrechterhalten werden könnte. Doch das konnte mit Blick auf die Arbeitssicherheit und die Enge vor Ort leider nicht umgesetzt werden“, erklärt ein RWE-Sprecher.

Eine Umleitung soll zwar eingerichtet werden, ist für Autofahrer aber mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden. So wird aus einer Strecke von weniger als zwei Kilometern ein Umweg von ganzen zehn Kilometern über Hochneukirch, Güdderath sowie Wickrathberg und Wanlo.

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Der Neubau der L354 hatte in den vergangenen Jahren in Erkelenz bereits häufig für Gesprächsstoff gesucht. Wichtig ist die Straße auch deshalb, weil sie als Ausweichstrecke dient, wenn die windanfällige A44n, die von Jüchen Richtung Aachen führt, mal wieder gesperrt ist. Bei den fünf windbedingten Vollsperrungen, die es in den vergangenen drei Jahren gab, kam es in den Dörfern zwischen Jackerath und Wanlo regelmäßig zum Verkehrschaos. Hunderte Autos und Lkw fahren dann durch die kleinen Dörfer. „Wenn die Autobahn gesperrt ist, dann geht hier in den Dörfern gar nichts mehr, dann ist alles vorbei“, sagte der Kaulhausener Michael Königs im vergangenen Jahr.

Auch unabhängig von der Autobahn ist die Grubenrandstraße aber wichtig für die Verkehrssituation in den Dörfern. Der erste Teilabschnitt der L354n, der von Wanlo aus direkt am Golfplatz und am Wall entlang bis Venrath führt, ist bereits fertiggestellt, aber bislang noch nicht für den Straßenverkehr freigegeben. Wann genau der Rest der Strecke gebaut wird und wie die Streckenführung überhaupt exakt aussieht, steht derweil noch nicht fest. Derzeit läuft eine Umweltverträglichkeitsstudie, gebaut wird wohl erst im kommenden Jahr.

Die Stadt Erkelenz ist zwar nicht für den Bau der Straße verantwortlich (das ist der Landesbetrieb Straßen NRW), pocht aber im Sinne der Randdörfer auf eine zügige Fertigstellung. „Dass der ganze Verkehr dann durch Venrath fließt, ist keine Lösung, die auf längere Zeit tragbar ist“, sagte Ansgar Lurweg, technischer Beigeordneter der Stadt.

(cpas)