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Garzweiler II: Grüne in Erkelenz fordern Marschall-Plan für gerette Dörfer

Braunkohletagebau Garzweiler : Grüne fordern „Marschall-Plan“ für fünf gerettete Erkelenzer Dörfer

Die Grünen in Erkelenz reagieren auf den Koalitionsvertrag der neuen NRW-Landesregierung. Diese hatte sich für den erhalt von fünf Dörfern im Erkelenzer Stadtgebiet ausgesprochen.

„Nun ist eingetreten, woran lange Zeit kaum noch zu glauben war“, begrüßt Andreas Schuflitz, Ratsherr der Erkelenzer Grünen, die aktuelle Entwicklung. Wenn die Tinte unter dem Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung von Bündnis 90/Die Grünen und CDU getrocknet ist, werden die Dörfer Keyenberg, Kuckum, Berve­rath sowie Unterwestrich und Oberwestrich vor dem Braunkohletagebau Garzweiler II gerettet sein. Die neue Landesregierung hatte, wie berichtet, beschlossen, diese Dörfer des dritten Umsiedlungsabschnittes zu erhalten.

Der Erfolg sei jedoch nicht der Einsicht, sondern dem wachsenden Sachzwang geschuldet, den die Klimakrise auf die Politik ausübt. „Klar ist, dass der Kohleausstieg so schnell wie möglich erfolgen und die Kohle unter den Dörfern in der Erde bleiben muss“, betont Schuflitz.

Die Erkelenzer Grünen plädieren weiter für ein unbedingtes Festhalten an der 1,5-Grad-Grenze und eine vorzeitige Einstellung der Braunkohleförderung im Rheinischen Revier.

Handlungsbedarf sehen die Grünen auch in der Unterstützung der betroffenen Bürger. „Einige sind in den Dörfern geblieben, andere sind längst umgesiedelt“, erläutert Ratsfrau Britta Kox. „Das sind Menschen mit gleichen Wurzeln und Lebensgeschichten, die sich nun an entgegengesetzten Enden der Stadt wiederfinden.“ Hier sei der Erhalt der gemeinsamen Identität wichtig. Andere Fragen seien ganz praktischer Natur, sagt Kox. Zum Beispiel die Namensfrage: Bleibt es beim provisorischen „(neu)“ für die Umsiedlungsstandorte oder werden die Altorte umbenannt? Darüber hinaus wird die teilweise vernachlässigte Infrastruktur in den ehemaligen Tagebauorten in den kommenden Jahren einige Mehrkosten verursachen, die die Kommune stemmen muss.

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„Bei allen Fragen, die sich nun stellen, wird klar, wie wichtig in diesen Zeiten Antworten sind. Die Stadt Erkelenz, das Land und auch der Bund werden hier mit gewaltigen Aufgaben konfrontiert“, erklärt Fraktionsvorsitzender Hans-Josef Dederichs. Für die Erkelenzer Grünen ist es daher an der Zeit für einen „Marschall-Plan“ für den Strukturwandel im Rheinischen Revier. Dabei dürfe nicht bei den Bürgern sowie den betroffenen Kommunen gespart werden.

„Wir müssen die Weichen stellen für eine klimaneutrale, nachhaltige und soziale Zukunft“, sagt Dederichs. Die neue Landesregierung wird sich vor allem im Rheinischen Revier an diesen Aufgaben messen lassen müssen.