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Für kinderfreundliches Erkelenz​: Fahrraddemo mit 120 Teilnehmern​

Für kinderfreundliches Erkelenz : Fahrraddemo mit 120 Teilnehmern

Erkelenzer Familien protestierten am Wochenende als Teil einer bundesweiten Aktion für eine kinderfreundliche Stadt. Planungen der Verwaltung laufen bereits.

Demonstrationen hat es in Erkelenz in den vergangenen Jahren regelmäßig gegeben. Sie hatten zuletzt aber entweder mit dem Krieg in der Ukraine oder den Dörfern am Tagebaurand zu tun. Am vergangenen Wochenende haben nun insgesamt 120 Teilnehmer in der Stadt für eine fahrradfreundliche Zukunft demonstriert. Die Aktion „Kidical Mass“ fordert „ein kinderfreundliches und sicheres Erkelenz“, wie die Veranstalter mitteilen.

Das bundesweite Aktionsbündnis brachte nach eigenen Angaben am Wochenende 40.000 Kinder und Familien auf die Straße. In mehr als 200 Orten in ganz Deutschland und 14 weiteren Ländern fanden unter dem Motto „Platz da für die nächste Generation“ Fahrraddemos statt. Auch die Stadt Erkelenz war zum ersten Mal mit dabei – die Aktion passte ohnehin gut in die Veranstaltung Bike‘n‘BBQ, bei der es nicht nur ums Grillen, sondern auch um eine fahrradfreundliche Zukunft ging.

Organisiert und veranstaltet wurde die Veranstaltung vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Heinsberg mit Unterstützung des Verkehrsclubs Deutschlands (VCD) und dem Erkelenzer Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbunds.

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Der ADFC ist der Meinung,  „dass kinderfreundliche Städte allen Menschen guttun“. Der Club betonte: „Alle Kinder und Jugendlichen sollen sich sicher und selbstständig mit dem Fahrrad und zu Fuß in Erkelenz bewegen können“. Hierzu wünschen sich die Initiatoren kinder- und fahrradfreundliche Maßnahmen nicht nur an einzelnen Gefahrenstellen, sondern im gesamten Stadtgebiet.

Als Beispiele nennen die Fahrradexperten geschützte oder baulich getrennte, breite Radwege an Hauptverkehrsstraßen und Landstraßen sowie geschützte Kreuzungen (nach niederländischem Vorbild), Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen innerorts, Schulstraßen und Zonen ohne Autoverkehr.

Diese Wünsche seien auch von den vielen teilnehmenden Kindern geäußert worden. Sie malten zuvor Fahrradbilder und schrieben dort ihre Wünsche nach sicheren Rad- und Schulwegen auf, die sie beim Zieleinlauf an die Stadtverwaltung übergaben. Entgegengenommen wurden diese von der stellvertretenden Bürgermeisterin Christel Honold-Ziegahn, die zusammen mit den Kindern die Strecke abgefahren war. Sie versprach, weiterhin für die Interessen der Kinder und Jugendlichen einzutreten und sich dafür einzusetzen, dass das notwendige Geld für sichere Rad- und Gehwege bereitgestellt wird.

Derzeit erarbeitet die Stadt ein Konzept, um im ganzen Stadtgebiet Vorrangrouten für Fahrräder zu bauen und den Radfahrern sicherere und komfortablere Routen zu ermöglichen. Bis Ende des vergangenen Monats lief dazu auch ein Bürgerbeteiligungsverfahren.

(RP)