Jubiläum gefeiert Fünf Jahre Repair-Café in Erkelenz

Erkelenz · Die Verantwortlichen blicken auf eine spannende Zeit zurück. Sie freuen sich, wenn sie den Menschen helfen können. Warum reparieren oftmals besser ist als neu kaufen und was das für Auswirkungen auf das Klima haben kann.

 Beim Repair-Café in Erkelenz wird alles unter die Lupe genommen.

Beim Repair-Café in Erkelenz wird alles unter die Lupe genommen.

Foto: Armin Jackels

In Zeiten des deutlicher werdenden Klimawandels spielt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Reparieren anstatt wegwerfen. Oft bedarf es nur einer kleinen Reparatur, um ein Gerät wieder in Gang zu bringen, damit es weiterhin für lange Zeit seinen Dienst tut und die Umwelt nicht durch Schrott, Kunststoffabfälle oder sonstigen Müll belastet.

Energie und CO2-Ausstoß für Neuproduktion können auf diesem Wege eingespart werden und damit  ein kleiner Schritt in Richtung Klimaschutz durch Nachhaltigkeit getan werden. Dies ist ein Beitrag, die Erderwärmung ein klein wenig zu reduzieren. In vielen Fällen ist eine Reparatur auch kostengünstiger als ein Neukauf.

Aber dem Repair-Café-Team in Erkelenz geht es nicht nur um die Reparatur von Geräten jeglicher Art, sondern auch um ein Stück Geselligkeit, Plaudern und zwischenmenschliche Kommunikation. Holger Rautenberg, der für die Gruppe geschäftsführend unterwegs ist, erklärt: „Wir machen das alles ehrenamtlich und freuen uns, wenn Kunden mit ihren defekten Geräten, wie Bügeleisen, Rasenmäher, Spielzeugautos oder Staubsauger zu uns kommen.“ Oft komme man bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch. „Ich selbst kann auch viele Reparaturen durchführen, aber mir persönlich ist das Gespräch mit unseren Kunden besonders wichtig und eine Herzensangelegenheit“, sagt er. Man mache da keinen Unterschied, ob Rentner, Oberarzt oder Sozialhilfeempfänger, alle werden gleichbehandelt.

Vor Kurzem hat es einen Standort-Wechsel gegeben. „Wir dürfen in Abstimmung mit der Pfarrei Christ König Erkelenz und Pastor Werner Rombach das katholische Pfarrheim nutzen. Wir sind aber nicht konfessionell gebunden und gehören keiner Organisation an“, betont Rautenberg. Das Repair-Café ist jeden 3. Samstag im Monat geöffnet.

Zum Jubiläum gab es großen Andrang beim auf dem Johannismarkt aufgebauten Außenstand. Eifrig füllten die Kunden das Reparaturformular mit Fehlerbeschreibung und Anschrift aus, bevor es dann ins Pfarrheim zur Reparatur ging. Jens Sülberg schilderte: „Kleinere Reparaturen erledigen wir wenn möglich sofort. Bei größeren Reparaturen können die Geräte dann wieder am nächsten Termin des Repair-Cafés abgeholt werden.“

In den vergangenen fünf Jahren haben die Mitarbeiter über 550 Reparaturen erfolgreich durchgeführt, das sind etwa 25 Reparaturen pro Termin. Alles, was gemacht wird, ist für den Kunden kostenlos und wird von dem Team ehrenamtlich gemacht. Die einzigen Kosten, die der Kunde tragen muss, sind die Kosten für Ersatzteile, die bei Bedarf beschafft werden. Mit den Spenden der Kunden und von Privat- und Geschäftsleuten werden die Gerätschaften finanziert, die zur Reparatur benötiget werden.

Das Repair Cafe Team ist inklusiv aufgestellt und umfasst Fachleute aus allen Bereichen angefangen vom Elektriker, Elektroniker, Ingenieur, Bauarbeiter bis zur Köchin.

Nach der Frage der außergewöhnlichsten Reparatur erzählt Rautenberg eine rührende Anekdote. „Irgendwann erschien zu einem unserer Repair-Café-Termine ein älterer Herr, der weit über 80 Jahre alt war. Er hatte ein mehr als 40 Jahre altes Spielzeugauto, das nicht mehr funktionierte. Wir konnten das Auto reparieren. Als er nach der Bezahlung fragte, sagte ich ihm, dass dies kostenlos sei. Gerührt über die erfolgreiche Reparatur stand er mir mit Tränen in den Augen gegenüber. Das sind die Momente die unsere Arbeit so schön machen“, sagt Rautenberg.

Im Beisein vom stellvertretenden Bürgermeister Peter London erzählte Pastor Rombach dann noch eine aktuelle Geschichte aus seiner eigenen Pfarre. „Wir haben eine Lautsprecheranlage zur Reparatur in eine Fachwerkstatt zur Überprüfung gegeben. Das Ergebnis der Fehleranalyse war, dass sich diese nicht mehr reparieren lasse und man besser eine Neue kaufen sollte, was billiger wäre. An das Repair-Café hatte ich gar nicht gedacht. Heute habe ich sie mitgebracht und hoffe, dass das Team vom Repair-Café sie wieder in Gang bekommt.“

Für die Zukunft möchte Rautenberg das Angebot für Kinder und Jugendliche erweitern. Man möchte gerne auch Fahrräder, Tretroller, Stofftiere und Spielzeuge jeglicher Art reparieren. Wer ein defektes Gerät hat oder sein Spielzeug reparieren lassen möchte, kann sich an jedem dritten Samstag an das Repair-Café im Pfarrheim der Pfarrei Christ König Erkelenz, Johannismarkt 16, 41812 Erkelenz wenden.