Schwerpunkt: Frohe Botschaft anhören

Schwerpunkt : Frohe Botschaft anhören

Weihnachten kommt und damit die Zeit der guten Wünsche. Nicht selten als gedruckte oder digital verschickte Nachrichten. Die meisten von uns erwartet eine "dichte" Zeit, denn es stehen mit großer Wahrscheinlichkeit viele persönliche beziehungsweise familiäre Treffen bevor. Oder vielleicht gar nicht. Dann sind die Festtage eventuell ungewollt still.

Wenn Sie an das bevorstehende Weihnachten denken, wen würden Sie sich wünschen? Wem würden Sie am liebsten ausgiebig begegnen, mit wem würden sie am liebsten in Ruhe und wirklich gut reden wollen? Bei welcher Person kommt bei Ihnen die größte Vorfreude auf? Und warum gerade diese Person? Mit großer Wahrscheinlichkeit, weil dieser Mensch eben ein besonders guter Zuhörer ist oder weil Sie ihm einfach selbst so gerne zuhören. Und ich glaube, das ist das Besondere: Eigene Worte, die bei einem anderen Menschen echtes Gehör finden, oder eben Worte eines anderen Menschen, die bei mir ankommen.

Obwohl wir sie alle kennen, die Regeln des guten Zuhörens, gelingt es uns nicht immer selbstverständlich. Wie oft "missbraucht" einen der andere lediglich als Stichwortgeber für seinen Monolog. Ein guter Zuhörer versteht mich auch zwischen den Zeilen, fragt aktiv nach, ohne seine eigenen Gedanken sofort anzubieten.

Weihnachten als christliches Hochfest hat eine frohe Botschaft, die ausgesprochen, gehört und verstanden werden will! Und die erst dann Wirkung und Bedeutung entwickeln kann. Da ist sie, die Frohe Botschaft von der Geburt Jesu, die zuerst die Hirten bewegt, um dann von ihnen "zu Gehör" gebracht zu werden und mit ihr Staunen auszulösen. Sie löst nämlich etwas aus! Da ist Maria, bei der diese Frohe Botschaft mit dem, was sie bewirkt und bedeutet, mitten ins Herz trifft.

Es gehört eine Menge dazu, dass Worte wirklich ausgesprochen, wirklich gehört werden können und etwas auslösen. Das ist das Besondere auch an der christlichen Botschaft: Kraftvoll wird sie weniger in gedruckter Form, sondern in gesprochener, gehörter und gelebter Weise! Es bleibt ein akustischer und optischer, ein persönlicher Vorgang, also ein Gespräch vis-à-vis, denn genau hinsehen beim Zuhören (und beim Sprechen) hilft. Das ist der zeitlose Weg und keine Nostalgie: Die Frohe Botschaft ist eine persönliche! Und zum Weihnachtsfest höre ich selbst besonders gerne immer die Engel sagen: "Fürchtet euch nicht!" Keinerlei Angst darf das Sprechen und Hören, darf den Kern der Botschaft blockieren.

Denken Sie noch einmal an Ihren Menschen, nach dem ich Sie zu Beginn gefragt habe. Bei welchen weiteren Menschen lösen Sie wohl heute oder in den nächsten Tagen ein ehrliches Strahlen aus mit den Worten "Frohe Weihnachten!"? Lassen Sie "diesen Testballon einmal bewusst starten", wenn Sie mit Ihrer Stimme dann Ihre (Weihnachts-) Botschaft zu Gehör bringen und genießen Sie die Wirkung ihrer Worte. Und hören Sie die Frohen Botschaften anderer schlicht mit Genuss! Wer lässt Sie selbst als strahlenden Hörer dieser Botschaft "Frohe Weihnachten!" zurück? Einfach beeindruckend, dass mit dem Weihnachtsgruß die Weihnachtsbotschaft beziehungsweise die Frohe Botschaft so oft wie sonst selten derart viele Chancen erhält! Eben weil wir Menschen die einzigen Geschöpfe auf der Welt sind, die nicht nur hören, sondern zuhören, verstehen und erkennen können, dass es "MEHR" gibt, als wir denken. Und als solcher Mensch ist Gott mit seinem Sohn Jesus in unsere Welt getreten. Das ist sie, die Frohe Botschaft von Weihnachten! "Hört, hört!"

So wünsche ich Ihnen und den Ihren frohe Weihnachten, die sie meine Gedanken nicht gehört, aber jetzt gerade gelesen haben!

(RP)
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