Erkelenz: Friseurin aus Leidenschaft

Erkelenz: Friseurin aus Leidenschaft

Wie viele Köpfe bereits durch ihre Hände "gewandert" sind, kann Karla Alexander nicht sagen. Im August feiert die Friseurmeisterin im Erkelenzer Salon Wüllenweber ihr 40. Dienstjubiläum.

Eigentlich wollte Karla Alexander Technische Zeichnerin werden. Doch es kam anders. Am ersten August 1970 begann die Friseurmeisterin ihre Ausbildung im Salon Wüllenweber. Vier Jahrzehnte später arbeitet Karla Alexander immer noch bei Wüllenweber.

Verändertes Berufsbild

Sie berichtet, dass sich das Berufsbild der Friseuse stark verändert habe. Während früher der Schwerpunkt der Ausbildung auf der Dauerwelle lag, liege er heute auf der Kundenbetreuung und den Farbgebungen. Nicht nur die Techniken auch die Zusatzstoffe in den Farben und der Dauerwelle seien viel schonender geworden. Heute werde der Begriff der Dauerwelle eher als "Umformung" oder hinsichtlich der Frisur als "formunterstützend" verstanden. "Früher wurde die Dauerwelle zu bestimmten Festen wie Ostern und Weihnachten gewünscht und musste in etwa ein halbes Jahr halten", erläutert die Friseurmeisterin.

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Im Gegensatz zu früher habe sich das Verhalten der Kundschaft verändert: Während vor 20 Jahren ein hoher Anteil der Kundschaft alle 14 Tage zum Waschen, Schneiden, Legen kam, ist dies heute seltener geworden. "Allerdings", stellt Alexander fest, "haben auch heute noch viele Stammkunden einen 14-tägigen Rhythmus. Dagegen kommen viele Kunden im Abstand von einigen Wochen zur Umformung, Färben und Schneiden."

Der Modetrend spiele auch heute noch eine große Rolle. Gerade im Frühjahr wollen viele Kunden einen Schnitt nach dem neuesten Trend. Einige lassen sich gerne im Vorfeld beraten, andere "riskieren" auch gegen den Rat der Fachfrau eine trendige Frisur. Viele Kunden kennen sich untereinander und diskutieren über aktuelle Themen. Hin und wieder würden einem auch die alltäglichen Sorgen und Probleme anvertraut. Positiv äußert sich die Friseurmeisterin über ihren Beruf: "Wenn man mit Menschen umgeht, gibt es immer etwas Neues. Es macht Spaß, in einem eingespielten Team zu arbeiten, und die Begeisterung der Auszubildenden steckt an, wenn sie umsetzen, was wir ihnen zeigen." Seit 20 Jahren ist Karla Alexander Mitglied im Prüfungsausschuss. Bisher habe der praktische Teil in Räumlichkeiten in Erkelenz stattgefunden, seit diesem Jahr in den Schulungsräumen der Handwerkskammer in Aachen. Ihr Wunsch für die Zukunft ist: "Dass ich in den nächsten zehn Jahren noch gut mit den Kunden zusammenarbeite und umsetze, was die Kunden möchten."

Aufgrund des Jubiläums überreichte ihr der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Heinsberg, Johannes Willms, eine Urkunde. Von der Friseurinnung gratulierte Obermeisterin Erika Rutten.

(RP)
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