Erkelenzer Land: Friedhöfe ändern ihr Gesicht

Erkelenzer Land : Friedhöfe ändern ihr Gesicht

Weil sich die Bestattungskultur ändert, denken die Städte im Erkelenzer Land um. Kolumbarien werden gebaut. Und nicht benötigte, einst für Gräber gedachte Erweiterungsflächen von Friedhöfen werden umgenutzt.

In Wegberg hat der Trend zu alternativen Bestattungsformen die Politik erreicht. Die CDU beantragte im August, dass die Stadtverwaltung Pläne für ein Kolumbarium im Bereich der Totenhalle des Wegberger Friedhofs ausarbeiten soll.

Die CDU begründet ihren Antrag damit, dass die Erfahrungen auf den Friedhöfen der Nachbarkommunen zeigen, dass der Wunsch für die Bestattung der Angehörigen in einem Kolumbarium stetig wächst. Auf dem Wegberger Friedhof würden die Verwahr- und Kühlräume kaum noch genutzt, da die Bestatter eigene Kühlräume vorhalten. Auch die persönliche Verabschiedung vom Verstorbenen erfolge in der Regel in den Räumen der Bestattungshäuser.

Deshalb können die Räume an der Totenhalle auf dem Wegberger Friedhof nach Ansicht der CDU für eine neue Nutzung umgestaltet werden. Die CDU ist der Ansicht, die Stadt Wegberg könne durch die Einrichtung eines Kolumbariums das Angebot der Bestattungsformen erweitern und die vorhandenen Räume sinnvoller nutzen. Die Wegberger CDU verweist auf das Vorbild Erkelenz: Die Stadt habe auf ihrem Friedhof ein anschauliches Beispiel geschaffen.

Dass dieses Angebot angenommen wird, bestätigt Stefan Heinrichs, neuer, auch für die städtischen Friedhöfe zuständiger Amtsleiter in Erkelenz. In den Vorjahren ist die Anzahl der Urnenbestattungen in Erkelenz kontinuierlich gestiegen, "in diesem Jahr jedoch scheint sich der Trend umzukehren". Gab es 2011 insgesamt 232 Urnen- und 203 Erdbestattungen, so sind es bislang schon 207 Erd- und erst 159 Urnenbestattungen.

Insgesamt werden in Erkelenz 584 Kammern für Urnenbestattungen (Kolumbarien) bereit gehalten, davon 481 auf dem Zentralfriedhof und seit dem Sommer 103 in Lövenich. 178 sind davon auf dem Zentralfriedhof belegt und vier in Lövenich. "Kolumbariumplätze werden immer öfter bereits zu Lebzeiten reserviert, meinen wir eine neue Entwicklung festzustellen", sagt Heinrichs. Und: "Wir gehen davon aus, dass Erdbestattungen weiter abnehmen werden. Pflegeaufwand und Kosten sind bei Urnenbestattungen erheblich geringer."

Auf dem Wassenberger Waldfriedhof hat ein Privatinvestor die alte Friedhofskapelle saniert und darin ein Kolumbarium eingerichtet. Von 44 Einzelfächern sind 13 belegt, von 28 Doppelkammern sind drei vergeben. "Die Stadt hat vor rund sieben Jahren eine Flächenerweiterung beschlossen, die bis heute nicht genutzt wird", erklärte Hans-Jürgen Settner. Es würden weniger Wahlgräber benötigt. "Der Trend geht auch zur Erdbestattung auf der Wiese." Frage des Tages

(RP/rl)
Mehr von RP ONLINE