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Michael Brändel: Freundschaftsurkunde mit Thum

Michael Brändel : Freundschaftsurkunde mit Thum

Schon lange besteht eine Freundschaft zwischen Lövenich, Katzem, Kleinbouslar sowie der Stadt Thum im Erzgebirge. Der dortige Stadtrat hat jetzt eine Freundschaftsurkunde mit Erkelenz beschlossen.

Michael Brändel ist Bürgermeister von Thum, einer 5500-Einwohner-Stadt im Erzgebirge. Dort verabredete am 18. Dezember der Stadtrat nach mehrjährigen Beratungen, einen Freundschaftsvertrag mit Erkelenz zu schließen, was auch hier in den vergangenen Monaten politisch beraten wurde.

Herr Bürgermeister Brändel, wie weit sind in Thum die Planungen für den Freundschaftsvertrag gediehen?

Brändel Die Thumer CDU-Ratsfraktion hat die Urkunde der Freundschaftsvereinbarung erarbeitet und in den Stadtrat eingebracht. In der letzten Sitzung des alten Jahres wurde dieser Urkunde mehrheitlich Zustimmung erteilt. Die Freundschaft ist aus Kontakten der CDU-Ortsgruppen Thum sowie Lövenich, Katzem und Kleinbouslar entstanden. Mit der Ausfertigung der Urkunde über die Städtefreundschaft sollen die Kontakte auf eine neue Ebene gestellt werden. Hierfür wird als Nächstes ein offizieller Termin gesucht, bei dem die Urkunde von beiden Seiten unterzeichnet werden kann.

Was verbinden Sie, was verbindet die Stadt Thum mit diesem Freundschaftsvertrag?

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Brändel Die Freundschaftsvereinbarung soll dazu beitragen, unsere Einwohner einander näher zu bringen. Es geht hier nicht nur um ein Blatt Papier, sondern um gelebte Freundschaft. Dies war auch eine Forderung des Stadtrates zur Beschlussfassung. In diesem Sinne halte ich es für wichtig, dass wir uns gemeinsame Aufgaben stellen, gemeinsame Projekte entwickeln, uns bei kommunalen Problemfeldern austauschen und dass Kontakte zwischen unseren Vereinen langfristig aufgebaut werden. Dabei können die Stadtverwaltungen und Bürgermeister beider Städte nur den Rahmen für neue Kontakte bilden. Die Urkunde betrachte ich als symbolischen Startschuss hierzu.

Welche Kontakte hatten Sie schon mit Erkelenz?

Brändel Bürgermeister Peter Jansen war bereits in Thum, ich noch nicht in Erkelenz. Das werde ich nachholen. Ansonsten kenne ich die Erkelenzer, die uns in Thum besucht haben.

Was sollte ein Erkelenzer, der noch nie in Thum war, über Thum wissen?

Brändel Wir sind eine kleine Erzgebirgsstadt mit rund 5400 Einwohnern. Die Wurzeln reichen in das zwölfte Jahrhundert zurück. Dabei spielte der Bergbau bis vor reichlich 100 Jahren eine prägende Rolle. Mit den Folgen des Bergbaues wird die Stadt bis heute konfrontiert. Insofern sehe ich hier zur Stadt Erkelenz Parallelen, welche aktuell mit dem Wandel im Braunkohlentagebau beschäftigt ist. Thum ist eine lebendige Stadt mit sehr vielen Vereinen. Wir haben ein großes Jugendorchester mit reichlich 120 Musikern, wir haben starke Sportvereine, sind traditionell verwurzelt. 2013 konnten wir den 275. Thumer Weihnachtsmarkt eröffnen. 2016 begehen wir 400 Jahre Bergbrüderschaft Thum. In diesem ältesten Verein der Stadt Thum wurden für die Bergleute und deren Angehörige Hilfskassen organisiert. In der Gegenwart setzt die Bergbrüderschaft auf Traditionspflege, unter anderem Bergaufzüge und Erforschung der regionalen Bergbaugeschichte. Im Jahr 2019 kann die Stadt Thum auf 550 Jahre Erlangung der Stadtrechte zurückblicken. Über unsere Vereine und Veranstaltungen sehe ich Chancen, Brücken zwischen beiden Städten zu schlagen.

ANDREAS SPEEN FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(RP)