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Flugplatz in Wanlo​: Ukrainische Kinder aus Erkelenz werden mit Segelflug überrascht​

Flugplatz in Wanlo : Ukrainische Kinder aus Erkelenz werden mit Segelflug überrascht

40 ukrainische Mädchen und Jungen sind am Samstag der Einladung der Wanloer Segelflieger gefolgt. Der Verein ist bekannt für karitative Aktionen. Für Erwachsene gab es die Möglichkeit, sich bei der Deutschen Bahn zu bewerben.

Für ein paar Stunden die Sorgen um die Familie zu Hause in der südukrainischen 480.000-Einwohner-Stadt Mykolajiw vergessen. Die grenzenlose Freiheit spüren. Natalija Tschernenko zögert. Noch nie ist die 18-Jährige in ein Segelflugzeug geklettert, um in bis zu 1000 Metern Höhe Runden zu drehen. Ihre beste Freundin Viktoriia, deren Mutter die beiden in ihrer vorübergehenden Heimat Erkelenz betreut, muss ihr erst einmal Mut zusprechen. Dann traut Natalija sich.

Nach etwa einer Viertelstunde kehrt sie zurück, aufgeregt und glücklich. Und schwärmt von Hobbypilot Francis Norman. Der bekannte Mönchengladbacher Musiker, der im Verein für Luftfahrt auf dem Segelflugplatz in Wanlo aktiv ist, hat ihr die Nervosität genommen. „Unterwegs hat er mir immer erzählt, was gerade zu sehen ist“, berichtet die junge Ukrainerin glücklich. „Er hat sich die ganze Zeit mit mir unterhalten.“

Natalija gehört zu den 40 ukrainischen Mädchen und Jungen, die auf Einladung der Wanloer Segelflieger in Kooperation mit den Städten Erkelenz und Mönchengladbach einen ganzen Tag lang auf dem weitläufigen Areal jede Menge Spaß haben durften. „Unsere Herzensangelegenheit ist es, dass unsere ukrainischen Gäste für einen Tag mal etwas ganz Besonderes mit langer positiver Nachwirkung erleben dürfen“, erklärt Arend Dechow, Sprecher des Vereins für Luftfahrt.

  • Eine Unfallbeteiligte wurde ins Krankenhaus gebracht
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  • Polzei und Feuerwehr waren bei dem
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Am späten Abend zieht der Erkelenzer ein positives Resümee. Auch das Wetter spielt mit, als die Acht- bis 18-Jährigen der ungewöhnlichen Einladung folgen. „Blauer Himmel, klare Luft, schwacher Wind, perfekt“, freut sich Dechow und deutet nach oben. Von Null auf 100 wird in drei Sekunden beschleunigt – der Start der drei vereinseigenen Flieger erfolgt rasant. Schon rund 35 Jahre Dechow dem Segelflugclub an, hat immer wieder das karitative Engagement mitorganisiert, dem sich die Freizeitpiloten gerne verschreiben.

Diesmal ging die Einladung zum Erlebnistag an die Jugendlichen aus der Ukraine. Der Erkelenzer Bürgermeister Stephan Muckel reagierte schnell, als die telefonische Anfrage kam. „Ich kümmere mich darum“, antwortete der Verwaltungschef, als Arend Dechow ihn bat, rund 100 geflüchteten Familien anzuschreiben. Am Flugsimulator wies Peter Schürhoff die jungen Gäste ein. Aus Holz und Styropor bastelte er kleine Flugzeugmodelle mit den ukrainischen Kindern. Jens Klang aus Rheindahlen drehte mit den Mädchen und Jungen auf seinem Trike einige Runden über das Gelände.

Bewerbungsgespräche für einen neuen Job bei der Deutschen Bahn waren für die Erwachsenen möglich. Ausbildungen zum Lokführer, Wagenmeister, Rangierbegleiter oder Zugführer gehören zu den beruflichen Perspektiven, die den interessierten Besuchern am Loksimulator aufgezeigt wurden.