Erkelenz Faszination Fliegen

Erkelenz · Der Tag der offenen Tür bei der Ultraleichtflug Gemeinschaft Kückhoven lockte viele Neugierige an. Moderne Flugzeuge und formschöne Replikas zogen die Blicke auf sich. Besucher durften Höhenluft schnuppern.

 Besucher konnten beim Tag der offenen Tür bei der Ultraleichtflug Gemeinschaft Kückhoven auch die Motoren der Flieger sehen. Die kleinen Maschinen erreichen Geschwindigkeiten bis zu 240 km/h.

Besucher konnten beim Tag der offenen Tür bei der Ultraleichtflug Gemeinschaft Kückhoven auch die Motoren der Flieger sehen. Die kleinen Maschinen erreichen Geschwindigkeiten bis zu 240 km/h.

Foto: Jürgen Laaser

Von grenzenloser Freiheit über den Wolken sang schon Liedermacher Reinhard May. Eine Aussage, die nicht von der Hand zu weisen ist, findet Torsten Bardenberg (36). Beim Tag der offenen Tür der Ultraleichtflug Gemeinschaft in Kückhoven stellten er und andere Mitglieder Besuchern das Fliegen als Hobby vor.

"Irgendwie wollte ich schon fliegen seit ich denken kann", sagt Bardenberg, während sein Blick den startenden und landenden Flugzeuge folgt. Vor einigen Jahren setzte er den Wunsch in die Tat um, machte den Flugschein und besitzt nun ein Flugzeug zusammen mit mehreren anderen Haltern in einer Gemeinschaft. Das reduziert Kosten. Günstig sei das Fliegen deshalb nicht. Aber es sei weit günstiger als man gemeinhin annähme.

Wenn Bardenberg zurückschaut, hat er mit seinem Hobby alles richtig gemacht. Die Begeisterung für den Sport ist ungebrochen. "Das ist eine ganz andere Welt da oben", sagt der kaufmännische Angestellte. "Da vergisst du Stress und Alltagsprobleme. Wenn du fliegst, rückt die Welt näher zusammen."

Die kleinen, meist zweisitzigen Maschinen erreichen jedoch nur Geschwindigkeiten von maximal 180 bis 240 Kilometern in der Stunde, die Reisegeschwindigkeit liegt ein ganzes Stück darunter. Das Zauberwort laute "Luftlinie", sagt Bardenberg. Innerhalb von 2,5 Stunden sei man am Meer, noch viel schneller über der landschaftlich attraktiven Eifel. Manche Mitglieder machten sogar weite Touren bis nach Kreta mit mehreren Zwischenstopps.

Vor dem Vergnügen kommt jedoch auch bei den Fliegern die Arbeit. Sechs bis sieben Wochen büffeln die Mitglieder für ihren Flugschein in der Theorie, dann folgen meist zwischen 30 bis 35 Stunden Flugstunden, erläutert der Leiter der Flugschule auf dem Gelände, Ulrich Rüdiger. Etwa 5000 bis 6000 Euro kommen da auf angehende Ultraleichtpiloten zu. Auch müsse eine medizinische Untersuchung abgeschlossen werden.

So schlimm, wie sich das anhöre, sei es aber nicht, beschwichtigt Rüdiger. "Wer bei guter Gesundheit ist, schafft die Untersuchung ganz locker." Auf die leichte Schulter nehmen die Mitglieder der Ultraleichtflug Gemeinschaft das Thema Sicherheit deshalb nicht. "Wir wissen, dass wir eine Verantwortung haben", sagt Bardenberg. Deshalb empfiehlt er jedem Flieger, mehr als die vorgeschriebenen zwölf Stunden jährlich in der Luft zu sein. Die Möglichkeit Höhenluft zu schnuppern nutzen an diesem Tag viele Besucher. Auch wenn die Landungen durch böigen Wind teils ruppiger wurden als erhofft.

(prei)