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Erkelenz: Fastelovend in Reinkultur

Erkelenz : Fastelovend in Reinkultur

Viele Karnevalsgesellschaften und alle drei Verbände gaben sich die Ehre: Die Erkelenzer Karnevalsgesellschaftlud zum Jubiläumsempfang ins Alte Rathaus ein und blickte auf 175 Jahre zurück.

Erst wenige Wochen ist es her, als sich alles, was im Karneval Rang und Namen hat, im Alten Rathaus zur traditionellen Prinzenproklamation der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft einfand – flugs gab es schon den nächsten Anlass zum Feiern: Die EKG lud zum Jubiläumsempfang, Grund ist der 175. Geburtstag der stolzen und traditionsreichen Gesellschaft.

Also auch Grund genug, um auf 175 Jahre zurückzublicken, denn die EKG von 1832 ist eine der ältesten Gesellschaften der Region. Selbst der Bund Deutscher Karneval, vertreten durch Rolf Peter Hohn, Mitglied des BDK-Präsidiums, zollte der EKG Respekt: „Es ist nicht so, dass alles immer rund läuft, doch in Erkelenz wird Karneval in Reinkultur gefeiert“, so Hohn, der aber auch darum bat, „die Wurzeln im Volk zu suchen, denn es geht nicht um Lackschuhkarneval, sondern der Fastelovend muss ursprünglich und für jeden erreichbar sein“. Hohn gratulierte stellvertretend für 4800 dem BDK angeschlossene Vereine.

Auch die beiden weiteren Dachverbände (Reiner Spiertz für den Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise und Bernd Heiss für die Vereinigung der Karnevalsgesellschaften der Erkelenzer Lande) gratulierten. Heiss erinnerte sich sogar an einen Artikel, erschienen in der Rheinischen Post im Jahr 1982, dem 150. Geburtstag der EKG: „Schon damals war sich der ehemalige Erkelenzer Bürgermeister Willy Stein sicher, dass das närrische Brauchtum nicht aussterben werde.“

Indes blätterte Meinhard Schwark, zweiter Vorsitzender der EKG, fleißig in den EKG-Geschichtsbüchern: „Lange Zeit wurde das Jahr 1841 als Gründungsdatum angenommen, doch ein Dokument aus dem Archiv der Kreisverwaltung belegte schließlich das Jahr 1832. In der ersten Satzung hieß es unter Paragraph eins: Der Zweck ist die Erhaltung des geselligen Lebens.“

Den ersten Zug gab es 1870. Nach den Wirren des Ersten und Zweiten Weltkrieges musste der Erkelenzer Karneval wiederbelebt werden. Zahlreiche Namen stehen dafür, die die EKG zu dem gemacht haben, was die Gesellschaft geschafft hat, darzustellen auch weit über die Kreisgrenzen hinweg.

Schwark erinnerte so an die beliebten Funkenmusterungen oder auch an das Jahr 1937, als der noch heute geltende Schlachtruf „Maak mött“ entstand. Heute zählt die Gesellschaft rund 500 Mitglieder, etwa die Hälfte davon ist in den einzelnen Gruppierungen organisiert.

Zahlreiche befreundete Gesellschaften (einige sogar mit Tollitäten) überbrachten ihre Glückwünsche, aus den benachbarten Niederlanden reiste die Sittarder Karnevalsgesellschaft an.

(RP)