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Erkelenz: Farbwelten fordern die Fantasie

Erkelenz : Farbwelten fordern die Fantasie

Mit der Verwendung unterschiedlicher Materialien und wechselnder Techniken spürt der Maler Wolfgang Speen der Geschichte der Bildmaterie nach. Dabei stellt er in Haus Spiess den Farbklängen „Klang-Laute“ als Bildtitel gegenüber.

Wer sich auf die abstrakten Bilder von Wolfgang Speen einlässt, ist immer wieder neu herausgefordert, wechselnde Techniken und Materialien kennen zu lernen und diese in ihrem jeweiligen Zusammenhang zu interpretieren. Der Maler und Germanist ist dabei darauf bedacht, der ganz eigenen Geschichte der Bildmaterie nachzuspüren und ihr zum Ausdruck zu verhelfen.

Lack, Asche oder Karton im Bild

Dies ist das Grundthema seiner Arbeiten, die er in der aktuellen Ausstellung in Haus Spiess zeigt. Bei allen Werken stehen leuchtende Farben im Mittelpunkt. Ein dominierender Farbton geht Verbindungen zu untergeordneten anderen Farben ein. Zusätzlich verwendet der Künstler bildfremde Materialien wie Asphaltlack, Stein- und Marmormehl, Harze, Kreide, Asche oder Sand, Karton oder Japanpapier. Entsprechend dem Material richtet er seine Malweise und den Aufbau eines Bildes aus.

Die Entstehung erfolgt dabei in vielen Schritten: Sie werden aufgebaut, wieder abgewaschen und mit Spachteln, Rakeln und mitunter den eigenen Händen abgeschabt und durchfurcht. Techniken wie Farbschüttungen, Tröpfeln, Ziehen, Abkratzen sowie Collage, Decollage und Frottage ermöglichen viel Spontaneität. Auch Sprache findet sich in den Bildwerken des Mönchengladbachers wieder. Schriftähnliche Zeichen zwischen Formen und Farben stehen neben Bildtiteln aus „Klang-Lauten“, die in Analogie zu den Farbklängen stehen. Die Worte „Sakkum“, Fydor“, „Gerum“ und „Lisel“ sind Fantasiebegriffe, Silbenfetzen entziehen sich einer konkreten Deutung. Dem Betrachter bleibt großer Spielraum für eigene Assoziationen.

Der Farbe viel Raum gebend präsentieren sich die Werke „Lessek“ und „Destal“ im unteren großen Raum, mit großzügigem Pinselstrich gemalt. In einer kleinformatigen Achterreihe erkennt der Betrachter mit Fantasie Landschaften und Figuren. Im Obergeschoss treten zwei Farbflächen in „Ubus“ in Kontakt, scheinen sich anzunähern. Im zweiteiligen Werk „Haros“ sind Trennung und Fortsetzung, Grenze und Verbindung Thema. In der Schau scheinen alle Elemente sinnbildliche Auszüge aus der den Menschen umgebenden sichtbaren Welt zu sein.

(RP)