1. NRW
  2. Städte
  3. Erkelenz

Erkelenz: Europa als „Paket“ im Realschul-Unterricht

Erkelenz : Europa als „Paket“ im Realschul-Unterricht

Die Freude an der Erkelenzer Realschule über die bevorstehende Zertifizierung als Europaschule ist groß. Im RP-Gespräch sagte Schulleiter Willi Schmitz: „Wir haben zunächst ein wenig geschwankt, uns als Realschule für die Auszeichnung zu bewerben. Doch als wir dann den Kriterienkatalog lasen, war uns klar: Den erfüllen wir leicht.“ Das für die Schule seit etlichen Jahren selbstverständliche bilinguale Angebot reiche für eine Bewerbung keineswegs aus, erläutert Schmitz. „Es gehört schon ein ganzes Paket an Voraussetzungen dazu, Europaschule zu werden.“

Natürlich an erster Stelle das differenzierte Sprachangebot, wobei Schmitz von Englisch gar nicht erst redet: „Die Sprache sehen wir gleichsam als zweite Muttersprache.“ Französisch in Form von leichter Alltagskommunikation wird ab Klasse 5 angeboten, in der Sechs beginnt der systematische Unterricht, zu dem auch bereits ein einwöchiger Aufenthalt in Familien der französischen Partnerstadt St. James zählt. Mit zweisprachigem Unterricht in Erdkunde (ab Klasse 7) und Geschichte (ab 8), später dann auch in naturwissenschaftlichen Projekten verbreitert sich das bilinguale Netz. Niederländisch ab Klasse 6 ergänzt den Sprachschwerpunkt der Schule.

Ganz wichtig für Schmitz ist auch, dass die Schüler „Originalton“ von zwei französischen und niederländischen Kollegen hören. Anreiz, sich sprachlich zu engagieren, bieten zudem Sprachzertifikate, die den Jugendlichen manche Vorteile bei der Berufsbewerbung bieten, da ist Schmitz sicher.

Neben der Sprachqualifikation müssten europäische Themen den Lehrplan nahezu aller Fächer durchziehen, um preiswürdig zu werden, sagt Schmitz. Und so geschehe es an der Erkelenzer Realschule, die mit ihren französischen und niederländischen Partnerschulen seit vielen Jahren einen regen Austausch pflege und auch Berufspraktika für Realschüler in Frankreich vermittle.

Ein dickes Lob des Schulleiters gibt’s für Kollegin Martha Schrader als Koordinatorin für das Französisch-Angebot. Sie wird gemeinsam mit Schmitz, Konrektorin Bettina Peiffer und einigen besonders engagierten Jugendlichen des bilingualen Zweigs beim Festakt in Esssen kommende Woche das Zertifikat von Schulministerin Barbara Sommer entgegen nehmen.

(RP)