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Erkelenzer Sonnenschein eG will Photovoltaik-Freiflächenanlage ausbauen

Erkelenzer Sonnenschein eG : Ausbaupläne für mehr Solarstrom

Die 2017 ans Netz gegangene Freiflächenanlage für Solarstrom in Erkelenz soll 2019 erweitert werden. Pläne stellte die Sonnenschein eG der Generalversammlung vor. Die Leistung soll auf rund 1250 Kilowattstunden in der Spitze steigen.

Die Erkelenzer Sonnenschein eG plant, die Photovoltaik-Freiflächenanlage nahe der Grünannahmestelle an der Ferdinand-Clahsen-Straße zu erweitern. Diese war erst im Herbst vergangenen Jahres ans Netz gegangen, hat aber schon mit so guten Zahlen glänzen können, dass am Montagabend auf der zehnten Generalversammlung der Genossenschaft bereits deren geplanter Ausbau angekündigt werden konnte. Dieser könnte im kommenden Jahr erfolgen. Das Investitionsvolumen dürfte bei rund einer halben Million Euro liegen.

Die Erkelenzer Sonnenschein eG war 2008 gegründet worden, um durch die Beteiligung von Bürgern sauberen Strom zu produzieren. Zunächst waren Solaranlagen auf kommunalen Dächern installiert worden. Dazu zählen die Franziskus- und Luise-Hensel-Schule, die Erka-Halle und das Erka-Bad, der Kindergarten am Bauxhof, die Hauptschule und der Bauhof. Die sieben Photovoltaikanlagen auf den Dächern dieser Gebäude, welche die Stadt Erkelenz für rund 25 Jahre zur Verfügung stellt, erbrachten 2017 eine Gesamtleistung von rund 177.000 Kilowattstunden und damit zwölf Prozent mehr als prognostiziert, teilte die Sonnenschein eG auf der Genossenschaftsversammlung mit. Hinzugekommen sei der Ertrag der Freilandanlage, die seit der Inbetriebnahme im September rund 112.000 Kilowattstunden grünen Strom eingespeist habe.

„Im laufenden Kalenderjahr wird allein von der Freiflächenanlage eine Leistung von 711.000 Kilowattstunden erwartet“, stellte Torsten Stoll aus dem Vorstand der Genossenschaft in Aussicht und zog als erste Bilanz: „Die Erkelenzer Sonnenschein eG hat mit diesem Projekt die Stromproduktion um rund 400 Prozent gesteigert.“ Sie plane nun eine zweite Freiflächenanlage an der Grünannahmestelle, die voraussichtlich im Sommer 2019 errichtet werden soll. Anschließend wäre die Fläche zwischen der Eisenbahnlinie Aachen-Mönchengladbach und der Ferdinand-Clahsen-Straße nach Angabe der Genossenschaft vollständig bebaut.

„Das von der Stadt Erkelenz zur Verfügung gestellte Areal ermöglicht einen Zubau. Somit könnten wir die Leistung des Solarparks um 500 Kilowattstunden in der Spitze erweitern“, erläuterte Stoll – diese würden dann zu den bisherigen 748 Kilowattstunden in der Spitze hinzukommen. Nächste Schritte der Sonnenschein eG hin zum Ausbau der Freiflächenanlage werden sein, im Herbst dieses Jahres in die Feinplanung zu gehen, Angebote einzuholen und behördliche Genehmigungen zu beantragen, wozu auch ein Bauantrag gehören wird. Die Bauzeit für eine solche Anlage selbst bezeichnete Stoll im Gespräch mit unserer Redaktion als „zügig“. Er rechnet mit einem Investitionsvolumen, das unter dem ersten Bauabschnitt liegen wird: „Damals wurden 670.000 Euro ausgegeben. Der zweite Abschnitt wird etwas günstiger werden.“ Um diesen Zubau zu realisieren, müssen Stoll zufolge die Rahmenbedingungen – Gesetze, Vergütung und Produktkosten – gleich bleiben.

Im September 2017 war der erste Abschnitt der Solarstromanlage in Erkelenz eröffnet worden. Foto: Anke Backhaus

Bei der Genossenschaft handelt es sich um keinen geschlossenen Fonds. Sie kann permanent nach weiteren Geschäftsmöglichkeiten, beispielsweise neuen Dach- oder Freiflächen, Ausschau halten. Sollte die Freiflächenanlage erweitert werden, können dafür wieder Anteile gezeichnet werden, erste Anfragen gibt es Stoll zufolge bereits.